Hiscox hat seine Persönliche D&O-Versicherung für Führungskräfte und Mitglieder von Kontrollorganen in Deutschland überarbeitet. Die Police richtet sich an Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte und Beiräte und soll eine eigenständige Absicherung neben einer möglichen Firmen-D&O bieten.
Im Zentrum des Relaunches steht eine Police, die künftig bis zu fünf Mandate in einer einzigen Versicherung bündelt. Gleichzeitig wurden insbesondere für Entscheider kleiner und mittelständischer Unternehmen mit bis zu zehn Millionen Euro Umsatz die Prämien im Einstiegssegment gesenkt.
Der Antrag für diese Zielgruppe wurde deutlich vereinfacht, was den Abschlussprozess für Makler und Kunden beschleunigen soll. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind automatisch mitversichert. Damit adressiert das Produkt insbesondere Führungskräfte mit mehreren Funktionen in unterschiedlichen Organisationen.
D&O auch für Start-ups vor der Gründung
Eine Neuerung betrifft junge Unternehmen: Start-ups können künftig bereits vor der offiziellen Gewerbeanmeldung als Mandatsunternehmen in die persönliche Managerhaftpflicht einbezogen werden. Voraussetzung ist ein konsolidierter Jahresumsatz von bis zu fünf Millionen Euro.
Die Erweiterung ergänzt den vereinfachten Antrag für Unternehmen bis zehn Millionen Euro Umsatz. Ziel ist es, Gründern, Beiräten und frühen Führungskräften in jungen Unternehmen einen frühzeitigen Zugang zu persönlichem Haftpflichtschutz zu ermöglichen. Nach Angaben des Versicherers ist eine solche Absicherung vor der Unternehmensgründung bislang im Markt kaum verfügbar.
Ruhestandsdeckung mit langer Nachmeldefrist
Ein weiterer Schwerpunkt des Relaunches ist die Absicherung nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben. Für Manager, die regulär in den Ruhestand gehen, bietet Hiscox eine Option mit einem Rabatt von 50 Prozent. Sie umfasst eine Nachmeldefrist von fünf Jahren nach Vertragsende sowie eine Rückwärtsversicherung von zehn Jahren vor Vertragsbeginn.
Damit sollen auch Ansprüche abgedeckt werden, die erst Jahre nach einer Entscheidung geltend gemacht werden. Das kann etwa relevant sein, wenn keine Firmenpolice besteht oder Zweifel am Fortbestand beziehungsweise Umfang einer unternehmensseitigen D&O-Versicherung bestehen.
Unabhängige Deckung neben der Firmenpolice
Im Unterschied zu einer klassischen Firmen-D&O steht die Versicherungssumme bei der persönlichen Police ausschließlich dem einzelnen Mandatsträger zur Verfügung. Bei Unternehmenspolicen wird die Summe in der Regel von mehreren Organmitgliedern gemeinsam genutzt. Darüber hinaus kann eine Firmen-D&O unter Umständen ihre Wirkung verlieren, wenn beispielsweise im Antrag falsche Angaben gemacht wurden. Die persönliche Police soll in solchen Fällen eine unabhängige Absicherung darstellen.
Franz Kupfer, Head of Professional Indemnity, D&O, Property and Events bei Hiscox Deutschland, verweist in diesem Zusammenhang auf die steigende Haftungsexponierung von Führungskräften: „Das jüngste OLG-Köln-Urteil im Greensill-Fall hat eindrücklich gezeigt, wie verwundbar Verantwortliche sind, wenn sie sich allein auf eine Firmen-D&O verlassen müssen. Eine persönliche D&O hätte dieses Risiko deutlich reduziert.“
Die Versicherung wird ausschließlich über Makler und Vermittler angeboten. Der Abschluss erfolgt über eine digitale Abschlussstrecke mit elektronischer Signatur, sodass der Versicherungsschutz unmittelbar nach Zeichnung beginnen kann.













