Nike unter Druck: Berenberg senkt Kursziel drastisch

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Nike im freien Fall
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Berenberg stuft Nike auf „Sell“ ab und senkt das Kursziel. Marktanteile, China und das Direktgeschäft belasten.

Nike steckt mitten im Konzernumbau, doch die Zweifel an einer schnellen Erholung wachsen. Berenberg stuft die Aktie auf „Sell“ ab und senkt das Kursziel deutlich. Vor allem die verlorenen Marktanteile und die Schwäche wichtiger Vertriebskanäle bereiten Sorgen. Kann der Sportartikelkonzern die Wende schaffen?

Für Nike wird die Luft an der Börse dünner. Die Privatbank Berenberg hat die Aktie des US-Sportartikelkonzerns von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 49 auf 27,50 US-Dollar gesenkt. Analyst Nick Anderson stellt seine Neubewertung nach den jüngsten Quartalszahlen unter das Motto „Zurück auf Start“. Die Nike-Aktie reagierte am Dienstag zunächst mit weiteren Verlusten.

Hinter der Neubewertung steht mehr als die Enttäuschung über ein schwaches Quartal. Berenberg sieht strukturelle Probleme und wertet die geplante Neuorganisation des Sportswear-Geschäfts in kleinere Schwerpunktbereiche als Hinweis auf eine dauerhaft veränderte Marktstruktur. Neue Wettbewerber könnten leichter in einzelne Nischen vorstoßen und etablierten Marken Marktanteile abnehmen. Berenberg reduzierte deshalb seine Umsatz- und Gewinnprognosen.


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Nike hatte Anfang Oktober für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar gemeldet. Währungsbereinigt betrug das Minus fünf Prozent. Der Nettogewinn sank um zwei Prozent auf 712 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich dagegen um 60 Basispunkte auf 42,8 Prozent.

China und Direktgeschäft belasten Nike

Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft über die eigenen Vertriebskanäle. Nike Direct setzte mit 4,1 Milliarden US-Dollar acht Prozent weniger um, das digitale Nike-Geschäft verlor 13 Prozent. Als wesentliche Belastungen nennt der Konzern Greater China sowie die Region Europa, Nahost und Afrika. In Nordamerika legte der Umsatz dagegen zu.

Auch Converse steckt in der Krise. Der Umsatz der Tochtergesellschaft brach um 28 Prozent auf 263 Millionen US-Dollar ein. Nike sieht insbesondere bei Nike Sportswear, Jordan Brand und in Greater China erheblichen Handlungsbedarf.

CEO Elliott Hill reagiert mit einem weitreichenden Umbau. Unter dem Namen „Pace“ will Nike unter anderem die Lieferketten modernisieren, die Organisation regional neu ordnen und Strukturen verschlanken. Zudem entsteht ein neuer Unternehmenscampus im indischen Bengaluru. Die Zahl der Stellen im Konzern soll sinken. Entscheidungen über konkret betroffene Arbeitsplätze sollen ab 2027 getroffen werden.

Nike plant Einsparungen in Milliardenhöhe

Bis zum Geschäftsjahr 2031 erwartet Nike kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Dem stehen voraussichtlich rund eine Milliarde US-Dollar an Vorsteuerbelastungen gegenüber, überwiegend für personalbezogene Maßnahmen. Hinzu kommen rund 300 Millionen US-Dollar an Abfindungskosten, die bereits im Geschäftsjahr 2026 verbucht wurden.

Die frei werdenden Mittel will Nike stärker in Produktentwicklung, Markenführung, Sport und Wachstum investieren. Hill will den Konzern damit wieder näher an Athleten und Verbraucher bringen und Entscheidungen stärker in die einzelnen Märkte verlagern.

Fortschritte gibt es vor allem im Performance-Geschäft. Nach Angaben von Berenberg stiegen die entsprechenden Umsätze im ersten Quartal im hohen einstelligen Prozentbereich. Running, Fußball, Basketball in Nordamerika sowie Tennis und Golf legten sogar zweistellig zu.

Performance-Geschäft reicht noch nicht für die Wende

Bislang können diese Zuwächse die Schwäche anderer Bereiche jedoch nicht ausgleichen. Nike erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27 einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,15 und 1,35 US-Dollar liegen.

Für Anleger rückt damit neben der Geschwindigkeit des Turnarounds eine weitere Frage in den Mittelpunkt: ob Nike in einem zunehmend fragmentierten Sportswear-Markt verlorene Marktanteile zurückgewinnen kann.

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