Intel enttäuscht mit Prognose: Aktie verliert nachbörslich ein Fünftel

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Eine behandschuhte Hand hält einen kleinen schwarzen Mikrochip mit dem blauen Intel-Logo vor schwarzem Hintergrund.
Bild: gguy - stock.adobe.com
Hohe Speicherpreise und ein schrumpfender PC-Markt setzen dem Chipkonzern derzeit stark zu.

Intel hat die Börse mit einer schwachen Prognose für das laufende Quartal überrascht: Die Intel-Aktie brach nachbörslich um rund 23 Prozent ein. Grund sind teure Speicherchips und ein schwächelndes PC-Geschäft. Welche Zahlen dahinterstecken und warum der Kurs zuvor stark gestiegen war, lesen Sie hier.

Die Intel-Prognose für das laufende Quartal hat die Börse kalt erwischt. Die Intel-Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel rund 23 Prozent und damit mehr als ein Fünftel ihres Werts. Hintergrund sind die stark gestiegenen Speicherpreise, die den PC-Absatz bremsen, sowie Lieferengpässe bei besonders gefragten Chips für Rechenzentren.

Für das laufende Vierteljahr rechnet Intel mit einem Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt rund 17 Milliarden Dollar erwartet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Prognose bei 25 US-Cent - der Markt war von 43 US-Cent ausgegangen. Die Intel-Aktie sackte im nachbörslichen Handel auf 71 Dollar ab. Fällt sie im regulären Handel ähnlich stark, würde Intel auf den tiefsten Stand seit April zurückfallen. Ende Juni hatten die Anteile noch mehr als 140 Dollar gekostet.

Teure Speicherchips bremsen das PC-Geschäft

Finanzchef David Zinsner erklärte, das Unternehmen beobachte seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts. Grund seien die hohen Speicherpreise, wegen derer Kunden seltener neue Computer kauften. Eine Besserung sei frühestens für die zweite Hälfte des Jahres 2027 zu erwarten, sagte Zinsner. Konzernchef Lip-Bu Tan betonte zudem, der gesamte Markt sei von diesem Problem betroffen. Auch im kommenden Jahr blieben die Speicherpreise eine ernste Belastung. Für 2027 rechnet Intel mit einem Rückgang des PC-Marktes um zehn Prozent. In diesem Jahr ist der Markt bereits um zwölf Prozent geschrumpft.

Die Schattenseite des KI-Booms

In den vergangenen Monaten haben sich die Preise für Speicherchips drastisch verteuert, weil Rechenzentren für Künstliche Intelligenz enorme Speicherkapazitäten benötigen. Auch Intel selbst zieht mit seinen Prozessoren Nutzen aus dem KI-Boom, konnte die starke Nachfrage zuletzt aber nicht in vollem Umfang decken. Lip-Bu Tan führte dafür unter anderem Lieferengpässe bei bestimmten Rohstoffen sowie eine vorübergehend stillgelegte Fabrik in Israel an.


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Quartalszahlen im Überblick

Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar - damit lag Intel in etwa im Rahmen der Analystenschätzungen. Der Gewinn hingegen fiel um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.

KennzahlVorquartal (Ist)Prognose laufendes QuartalAnalystenerwartung
Umsatz16,5 Milliarden Dollar (+21 Prozent)15 bis 16 Milliarden Dollarrund 17 Milliarden Dollar
Bereinigter Gewinn je Aktie-25 US-Cent43 US-Cent
Nettogewinn3,3 Milliarden Dollar (-18 Prozent)--
Quelle: Intel, Analystenschätzungen

Warum die Intel-Aktie zuvor so stark gestiegen war

Vor dem jüngsten Kurseinbruch hatte die Intel-Aktie in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Anleger spekulierten darauf, dass Intel dank neuer Fertigungstechnologien am Geschäft mit Rechenzentrumstechnik kräftig mitverdient. Zugleich baut Lip-Bu Tan ein zweites Standbein als Auftragsfertiger für andere Chiphersteller auf. In diesem Jahr fließen bei Intel etwa 20 Milliarden Dollar in den Ausbau von Fabriken und Ausrüstung. Finanzchef Zinsner kündigte für das kommende Jahr zusätzlich steigende Investitionen an.

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