Reconcept-Projekt in Finnland erhält Förderung in dreistelliger Millionenhöhe

Hydrogen renewable energy production - hydrogen gas for clean electricity solar and windturbine facility.
Foto: Smarterpix/aa-w
Wasserstofftanks (Symbolbild).

Ein Wasserstoffprojekt der Reconcept Gruppe in Finnland erhält umfangreiche staatliche Unterstützung. Für eine geplante Wasserstoffraffinerie in Utajärvi stellt Business Finland 150 Millionen Euro bereit. Das Vorhaben könnte eine Schlüsselrolle für Finnlands industrielle Wasserstoffwirtschaft spielen.

Die finnische Gesellschaft Vetyalfa Oy, Teil der Reconcept Gruppe, erhält für den Aufbau einer grünen Wasserstoffraffinerie im nordfinnischen Utajärvi eine staatliche Förderung in Höhe von 150 Millionen Euro. Die Zusage kommt einer Mitteilung der Reconcept zufolge von der staatlichen Investitionsagentur Business Finland. In der maximalen Ausbaustufe könnte die Anlage demnach die derzeit größte Produktionskapazität für grünen Wasserstoff in Finnland erreichen.


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Mit der Förderung verfolgt Finnland das Ziel, den ökologischen Umbau der Industrie zu beschleunigen und seine Position als Standort für erneuerbare Energien auszubauen. Grüner Wasserstoff nimmt dabei eine zentrale Rolle in der nationalen Energiestrategie ein. Bis 2030 will Finnland laut Reconcept rund zehn Prozent der in der Europäischen Union produzierten Mengen an grünem Wasserstoff herstellen.

Der Ausbau der Wasserstoffproduktion geht dabei Hand in Hand mit dem Ausbau der Windenergie. Überschüssiger Strom aus Windkraft kann in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden, während gleichzeitig günstiger erneuerbarer Strom Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Wasserstofferzeugung ist.

Finnlands Energiestrategie setzt auf Skalierung

„Die Förderzusage für das Wasserstoffprojekt unserer finnischen Tochtergesellschaft bestätigt unseren strategischen Fokus auf Finnland und dieses wachstumsstarke Marktsegment“, sagt Karsten Reetz, Geschäftsführer der reconcept GmbH. „Grüner Wasserstoff bietet Finnland sowohl Exportpotenzial, unter anderem nach Deutschland, als auch Einsatzmöglichkeiten für energieintensive Industrien – das skandinavische Land ist zum Beispiel zunehmend für Rechenzentren attraktiv“. Die Entwicklung des Projekts in Utajärvi finanziert Reconcept unter anderem über Anleihen der Gruppe.

Das Projekt wird von Vetyalfa Oy umgesetzt, einer finnischen Gesellschaft der Reconcept Gruppe. Der Standort Utajärvi liegt in Nordösterbotten. Bereits 2024 hat Vetyalfa Oy mit der Projektentwicklung begonnen. Geplant ist eine großskalige Wasserstoffraffinerie mit einer maximalen Jahreskapazität von bis zu 180.000 Tonnen grünem Wasserstoff. Dies entspricht einer Energiemenge von rund sieben Millionen MWh pro Jahr.

Utajärvi als industrielles Ankerprojekt

Neben der reinen Wasserstoffproduktion ist die Anlage auf die Weiterverarbeitung ausgelegt. Vorgesehen ist die Herstellung von E-Methan, E-Methanol, Ammoniak sowie nachhaltigem Flugkraftstoff. Damit soll eine integrierte Wertschöpfungskette entstehen, die über die Elektrolyse hinausgeht.

„Wir sehen die Wasserstoffraffinerie in Utajärvi als einen zentralen Baustein und industrielles Ankerprojekt für die aufstrebende Wasserstoffwirtschaft Finnlands“, sagt Reija Knuutila, Business-Direktorin von Vetyalfa und Projektleiterin für Utajärvi. „Die Investitionsförderung von Business Finland unterstützt unsere weitere technische Planung und auch den Genehmigungsprozess.“

Einordnung in die europäische Wasserstoffstrategie

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie für Branchen, die sich nur schwer direkt elektrifizieren lassen. Auf europäischer Ebene ist Wasserstoff ein zentraler Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie. Die Europäische Union strebt an, bis 2030 zehn Millionen Tonnen grünen Wasserstoff selbst zu produzieren und weitere zehn Millionen Tonnen zu importieren. Grundlage ist die REPowerEU-Strategie aus dem Jahr 2022.

Langfristig soll erneuerbarer Wasserstoff bis 2050 rund zehn Prozent des Energiebedarfs der Europäischen Union decken. Einsatzfelder sind vor allem energieintensive Industrieprozesse sowie der Verkehrssektor. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden.

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