Risiko eines harten Brexits verschärft sich

Nach der Europawahl ist vor dem Brexit. Die aktuellen Personalien werfen die Frage auf, ob die Entscheidungen zu Großbritanniens Vor- oder Nachteil gereichen. Ein Kommentar von Michael Browne, Legg Mason Martin Currie European Absolute Alpha FundM.

Christine Lagarde

Die Nominierung von Christine Lagarde – und die von Ursula von der Leyen als neue Kommissionspräsidentin der EU – haben das Risiko eines harten Brexit deutlich verschärft. Bei beiden Nominierungen schwingt ein Beigeschmack mit, nämlich dass Europa nicht integriert genug sei und man deshalb mehr tun müsse.

Und meiner Meinung nach wird Großbritannien das erste Land sein, dass diese These zu spüren bekommt, wenn es die Brexit-Bedingungen erneut verhandeln will. Es sieht nach einem Schulterschluss aus. Ein ähnliches Konfliktpotenzial gibt es mit Blick auf die populistischen Politiker in Europa.

Italien und Osteuropa haben an Einfluss verloren

Sie haben sich bei der letzten Europawahl gut geschlagen und werden nun eindeutig gemieden. Sowohl Italien als auch die osteuropäischen Länder haben im Poker um die Top-Jobs und damit an Einfluss verloren. Hier schwelen Konflikte und aus unserer Sicht ist das Risiko einer erneuten italienischen Schuldenkrise in den kommenden fünf Jahren groß.

Natürlich müssen beide Nominierungen noch durch das EU-Parlament. Und auch hier könnte es zu deutlichem Unmut der führenden politischen Parteien kommen, die mit dem Ende des Spitzenkandidaten-System unzufrieden sind, bei dem die größten Parteien im Parlament ihre Kandidaten für die Positionen ernennen können.

Populisten entscheiden über Parlamentschef

Auch von den Populisten ist ein gewisses Ressentiment zu erwarten. Sie werden dafür über die Position des Parlamentschefs entscheiden – die eine Position, die noch in ihrem Einflussbereich ist.

 

Foto: Shutterstock

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