Studentenwohnanlagen bleiben im Bereich Operational Real Estate in Europa das gefragteste Segment. Das zeigt die vierte gemeinsame Investorenumfrage der Immobilienberatung Savills und Savills Investment Management. An der Erhebung beteiligten sich den Angaben zufolge 56 Investoren mit einem verwalteten Immobilienvermögen von zusammen 540 Milliarden Euro. Operational Real Estate umfasst Immobilien mit aktiv gemanagten Wohn- und Beherbergungskonzepten.
Mit Blick auf die kommenden drei Jahre nennen 58 Prozent der Befragten Studentenwohnanlagen als Priorität. Dahinter folgen Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser mit jeweils 52 Prozent sowie Co-Living mit 50 Prozent. Auch Seniorenwohnungen und Pflegeheime gewinnen an Gewicht und kommen jeweils auf 42 Prozent. Gerade bei Einfamilienhäusern, Co-Living, Seniorenwohnungen und Pflegeheimen legt das Interesse gegenüber den Vorjahren zu.
Auch im Hotelsektor steigt die Nachfrage. Besonders Serviced Apartments einschließlich Aparthotels gewinnen hinzu: Ihr Zuspruch wächst im Jahresvergleich von 27 auf 33 Prozent.
Wohnkonzepte und Fonds rücken stärker in den Fokus
Regional sehen die Investoren das Vereinigte Königreich und Irland vorne. Dahinter folgen die DACH-Region mit Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Südeuropa mit Italien, Spanien und Portugal. Rund 16 Prozent der Befragten verfolgen zudem eine paneuropäische Strategie, was dem Vorjahr entspricht.
Beim Markteintritt bevorzugen 58 Prozent Direktinvestitionen oder Joint Ventures. Zugleich steigt das Interesse an Fondsvehikeln deutlich. 23 Prozent nennen diesen Weg als bevorzugte Option, nach acht Prozent im Jahr 2025. Das dürfte die Kapitalaufnahme im Jahr 2026 stützen, weil Investoren so in Wohn- und Beherbergungskonzepte einsteigen können, ohne eigene Strukturen für Management und Betrieb aufbauen zu müssen.
Marcus Roberts, Head of Europe – Savills Operational Capital Markets, sagt: „Die Teilnehmer unserer Umfrage beabsichtigen, in den nächsten drei Jahren rund 45 Milliarden Euro in Wohn- und Beherbergungskonzepten in Europa zu investieren, wobei die meisten davon ausgehen, dass sie 2027 am aktivsten sein werden. Nach einigen schwierigen Jahren für die Kapitalbeschaffung sind die Investoren für die kommenden 12 Monate optimistischer und rechnen mit einer Verbesserung der Bedingungen, wobei Value-Add- und Core-Plus als die Strategien angesehen werden, für die sich am leichtesten Kapital beschaffen lässt.“
Deutschland bleibt bei studentischem Wohnen gefragt
Harry de Ferry Foster, Head of UK, Savills Investment Management, sagt: „Die Verbesserung der Anlegerstimmung ist ein ermutigendes Zeichen dafür, dass Kapital allmählich wieder in den europäischen Immobilienmarkt zurückfließt. Die Nachfrage bleibt je nach Sektor und Region weiterhin uneinheitlich, was die Bedeutung einer disziplinierten Aktienauswahl selbst in resilienteren Wohn- und Beherbergungskonzepten und den Bedarf an aktiven Vermögensverwaltungskompetenzen in einem mittlerweile einnahmeorientierten, fundamental getriebenen Investitionszyklus unterstreicht.”
Richard Valentine-Selsey, Head of European Living Research & Consultancy bei Savills, sagt: „Die Investitionen in die Wohn- und Beherbergungskonzepte in ganz Europa machen seit 2022 einen wachsenden Anteil des gesamten Transaktionsvolumens aus und sind von 30 % auf 38 % gestiegen. Im Jahr 2026 rechnen fast zwei Fünftel der Befragten damit, ihre Allokationen in den nächsten drei Jahren weiter zu erhöhen.“
Für Deutschland sieht Savills vor allem beim studentischen Wohnen eine anhaltend hohe Nachfrage. Florian Gust, Director Operational Capital Markets – PBSA & Micro-Living bei Savills in Deutschland, berichtet: „Studentisches Wohnen in Europa steht bei vielen in- und ausländischen Investoren sehr hoch im Kurs und Deutschland gehört zu den begehrtesten Standorten für Investitionen in diesem Sektor. Wir sehen viele Investoren, die hierzulande eine Pipeline aufbauen oder erweitern möchten und dementsprechend hoch ist die Nachfrage am Investmentmarkt. Dass Transaktionsvolumen stieg im letzten Jahr bereits wieder spürbar an und diverse laufende Transaktionen deuten auf ein dynamisches Jahr 2026 hin.“














