Trotz der Schlagzeilen über Zölle, Inflation, Tech-Bewertungen und den weiteren Kurs der Zinspolitik zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin sehr widerstandsfähig. Zusätzliche fiskalische Impulse durch das sogenannte „Big Beautiful Bill“ dürften helfen, negative Effekte abzufedern und den privaten Sektor zu stützen. Die Verlängerung der Steuererleichterungen aus dem Jahr 2017 sowie Ausnahmen für Überstunden und Trinkgelder könnten den Konsum stärken. Gleichzeitig dürften Abschreibungsmöglichkeiten und Anreize für Forschung und Entwicklung die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erhöhen. Beschleunigte Abschreibungen könnten zudem Investitionen in die Produktion antreiben und dem Industriesektor Auftrieb geben, der 2025 weitgehend schwächelte.
Außerdem dürfte der Zinssenkungszyklus der US-Notenbank (Fed) kleineren, stärker fremdfinanzierten Unternehmen helfen. Gleichzeitig könnte er den Immobilienmarkt entlasten, wenn Hypothekenzinsen nachziehen. Das ist besonders wichtig, da Wohnkosten im September 36 Prozent zum jährlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex (CPI) beigetragen haben. Trotz der Aufmerksamkeit für Zölle und deren inflationäre Wirkung sind Wohnen und andere Dienstleistungen deutlich wichtigere Treiber als Güterpreise. Deshalb erwarten wir, dass die Inflation zwar erhöht bleibt, aber unter Kontrolle – was weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 unterstützen dürfte.
Unterm Strich ergibt sich daraus ein deutlich besserer Ausblick für Small und Mid Caps in den USA. Dieses Segment wurde lange vernachlässigt und durch das hohe Zinsniveau im Wachstum gebremst. Kleinere Unternehmen nutzen wesentlich häufiger Fremdkapital zur Finanzierung ihres Geschäfts – in einem Umfeld sinkender Zinsen eröffnen sich daher Chancen auf steigende Margen. Das spiegelt sich bereits in einer jüngsten Trendwende bei den Gewinnschätzungen für die Zukunft wider.
In Kombination mit Bewertungen, die etwa dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entsprechen, sehen wir hier eine attraktive Gelegenheit für sehr aktive Stockpicker wie Aubrey (85 bis 95 Prozent Active Share). Einige unserer erfolgreichsten Investments der vergangenen Jahre – etwa Comfort Systems, Axon Enterprises und InterDigital – stammen aus dem Mid-Cap-Bereich. Hier sehen wir großes Potenzial, für unsere Anleger Mehrwert zu schaffen.
Das heißt nicht, dass es bei US-Large-Caps keine Chancen mehr gibt. Dort finden sich weiterhin einige der größten Unternehmen der Welt, etwa Broadcom und Alphabet. Viele erfüllen nach wie vor unsere Kriterien. Allerdings wirken die Bewertungen bei großen Unternehmen inzwischen angespannt. Zudem werden grundlegende Veränderungen in der Investitionsintensität (Capex) rund um KI auch 2026 und darüber hinaus für Diskussionen sorgen.












