2025 war ein sehr starkes Jahr für Schwellenländer (Emerging Markets, EM): Der MSCI EM Index stieg um über 30 Prozent. Ein großer Teil dieser Entwicklung wurde durch KI-Euphorie getragen – vor allem IT-lastige Märkte wie Korea und Taiwan dominierten. Dennoch sehen wir 2026 Potenzial für breitere Kursgewinne.
Indien bleibt für uns langfristig die überzeugendste Investmentchance innerhalb der Schwellenländer. Starkes Wirtschaftswachstum und eine moderate Inflation schaffen eine gute Ausgangslage für 2026. Indien blieb 2025 hinter der Entwicklung anderer Märkte zurück – vermutlich, weil Anleger Mittel in günstigere Märkte umschichteten und weil Korea und Taiwan von den genannten Technologietrends profitierten. Unsere Überzeugung bleibt jedoch hoch: Ein BIP-Wachstum von über 8 Prozent im zweiten Quartal bestätigt unsere Einschätzung, während die Inflation komfortabel unter Kontrolle bleibt. Die im September eingeführten Reformen der Goods and Services Tax (GST) sowie die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen durch die indische Notenbank dürften zusätzliche Impulse liefern.
Lateinamerika könnte innerhalb der Schwellenländer ebenfalls zunehmend attraktiv werden. Politische Veränderungen – etwa Mileis Wahlsieg in Argentinien 2023 und der jüngste Erfolg von José Antonio Kast in Chile – deuten darauf hin, dass sich auf dem Kontinent ein Trend zu fiskalisch disziplinierteren und marktfriendlyen Regierungen abzeichnet. In Brasilien steht im Oktober eine Wahl an, die einen glaubwürdigen Mitte-rechts-Kandidaten als Konkurrenz zu Lula hervorbringen könnte. Zudem liegen die Zinsen weiterhin hoch bei 15 Prozent. Wenn die Inflation unter Kontrolle bleibt, könnte ein Zinssenkungszyklus beginnen – was Wirtschaft und Aktienmärkte stützen würde. Das würde uns mehr Vertrauen geben, unser bestehendes Engagement in Brasilien auszubauen.












