Künstliche Intelligenz ist das derzeit dominierende Thema im Technologiesektor. Anfangs sahen Investoren durch neue KI-Anwendungen unisono enormes Wachstumspotenzial. Mittlerweile rücken jedoch zunehmend die Risiken in den Fokus. Investoren fragen sich, ob Softwarelösungen nicht selbst durch die KI-Agenten neuer Anbieter wie OpenAI ersetzt werden könnten. Einige Investoren meiden daher generell den Softwaresektor. Beispielsweise fokussiert sich Softbank als Risikokapitalgeber bei Neuengagements auf Themen wie KI-Rechenzentren, Halbleiter und Robotics und meidet explizit den Softwaresektor. Ein Großteil der Aktien aus dem Softwarebereich notiert zweistellig im Minus und ist historisch gesehen oftmals günstig.
Gut möglich, dass hier der Markt etwas übertreibt. Sicherlich ist die weitere Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz schwer einzuschätzen, sind doch die Fortschritte rasant. Allerdings sind die Geschäftsprozesse vor allem bei größeren Unternehmen sehr komplex und nicht so einfach durch einen KI-Agenten zu übernehmen, selbst wenn dieser über einen längeren Zeitraum angelernt wird. Erwartungen diesbezüglich sind auf dem OpenAI-Entwicklertag im Oktober doch eher enttäuscht worden. Der allübergreifende KI-Agent, der einen Großteil der Geschäftsprozesse abbilden kann, ist nicht präsentiert worden. Aktuell geht es eher in die Richtung, dass sich OpenAI als eine Art neues Betriebssystem analog zu Apples iOS oder Microsofts Windows im Bereich KI etabliert, auf das bestehende Softwarelösungen aufbauen. Dies hat zumindest an dem Tag der Präsentation zu einer Erholung der Softwareaktien geführt.











