Das wahrscheinlich größte KI-Disruptionsrisiko aktuell wird beim führenden Anbieter für Bildbearbeitungssoftware gesehen. Es gibt eine Vielzahl neuer „Text-to-Video-KI-Modelle“ von Anbietern wie OpenAI (Sora 2), Google (Veo 3) oder Runway (N/L), die potenziell neuen Wettbewerb für die bisherigen Flaggschiffprodukte in der Bild- und Videobearbeitung bedeuten. Bild- und Videoverarbeitung eignen sich besonders gut für KI. Allerdings dürfte auch hier zumindest ein Großteil der Kunden weiter mit den etablierten Lösungen des Marktführers arbeiten, besonders im professionellen Bereich. Der Marktführer bietet ebenfalls ein eigenes KI-Tool an. Zudem können die aktuell neuen KI-Lösungen bislang nicht mit derartig umfangreichen Funktionalitäten punkten. Ferner kommen immerhin rund 25 Prozent des Umsatzes aus dem Dokumentenbereich (PDF), wo keine Disruptionsrisiken bestehen. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass der Marktführer für Bild- und Videosoftware zum „KI-Opfer“ und im schlimmsten Fall früher oder später komplett ersetzt wird. Dementsprechend notiert die Aktie nur mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 für 2026.
Mögliche Risiken bei Kundenmanagementlösungen
Ein ebenfalls überdurchschnittliches KI-Disruptionsrisiko dürfte der führende Anbieter von Kundenmanagementsystemen (CRM) haben. Zwar bietet dieser ebenfalls ein eigenes KI-Tool an, die Monetarisierung blieb zwar unter den Erwartungen, ist aber mit jährlich wiederkehrenden Einnahmen von 1,4 Milliarden US-Dollar (entspricht Umsatzanteil von gut drei Prozent) im Sektorvergleich überdurchschnittlich. Zudem fokussiert sich der Anbieter zunehmend auf KI-Datenanalyse. Für acht Milliarden US-Dollar kaufte man einen Anbieter für Cloud-Datenmanagement. Dieser soll nun in die bestehenden Lösungen integriert werden. Der Kundenmanagementanbieter selbst sieht zudem mehr Chancen als Risiken durch KI. Bis 2030 will man den Umsatz organisch um durchschnittlich zehn Prozent auf 60 Milliarden US-Dollar steigern. Zudem hat man ein 50 Milliarden US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm gestartet (davon wurden bereits 28,1 Milliarden US-Dollar abgerufen, allein 3,8 Mrd. US-Dollar im letzten Quartal).











