Leider ist das KI-Disruptionsrisiko im Softwarebereich nur schwer einschätzbar. Der Markt könnte hier jedoch etwas übertreiben, ist es doch fraglich, ob KI-Agenten einen Großteil der Softwarelösungen wirklich ersetzen können. Relativ geringes Risiko dürften Anbieter haben, deren Daten geschützt und nicht so einfach zugänglich sind, wie etwa bei Softwarelösungen in der Unternehmensressourcen-Planung (ERP). Ebenfalls nur schwer ersetzbar dürften relativ komplexe Softwarelösungen sein, etwa im Produktlebenszyklusmanagement (PLM). Besonders negativ ist das Sentiment dagegen vor allem beim PLM-Marktführer (gesenkter Ausblick für 2025) sowie beim US-Marktführer für Unternehmensdatenbanken (Finanzierung des Aufbaus des neuen KI-Rechenzentrumsgeschäfts), was jüngst zu hohen Kursrückgängen führte. Sicherlich ein erhöhtes Disruptionsrisiko haben der Marktführer bei Bild- und Videobearbeitung oder auch der Marktführer bei Kundenmanagementsystemen. Bewertungspotenzial hätten beide Unternehmen, wenn sich die derzeit eingepreisten Risiken als übertrieben herausstellen.
Autor Hagen Ernst ist Stellvertretender Leiter Research und Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG.











