Sozialhilfequote in Pflegeheimen steigt auf Rekordniveau

Andreas Storm
Foto: DAK-Gesundheit/Läufer
Andreas Storm

Immer mehr Pflegeheimbewohner können die Kosten für ihre Unterbringung nicht mehr aus eigener Kraft stemmen. Eine neue Auswertung zeigt: Der Anteil der auf Sozialhilfe angewiesenen Bewohner erreicht 2026 einen Höchststand. Ohne Reformen könnte sich die Lage weiter verschärfen.

Immer mehr Bewohner in Pflegeheimen sind nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK auf Sozialhilfe angewiesen. „Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht 2026 den neuen Höchstwert von 37 Prozent“, heißt es in der Studie, die der „Rheinischen Post“ vorab vorliegt.

Ohne Reformen könnte die Zahl bis zum Jahr 2035 demnach ungebremst auf knapp 43 Prozent ansteigen. „Die stationäre Pflege wird für immer mehr Menschen zur konkreten Armutsfalle“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm.


Das könnte Sie auch interessieren:

Derzeit beziehen der Auswertung nach 309.000 Menschen Sozialhilfe in Pflegeheimen. Die Zahl könnte sich demnach in den nächsten neun Jahren um 15 Prozent auf 356.000 Betroffene erhöhen. Die Studie hat der Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang im Auftrag der DAK erstellt.

Storm fordert: „Die Begrenzung der Eigenanteile in den Heimen muss Teil einer großen Pflegereform werden. Wir brauchen einen neuen Finanzierungsmix. Das Ziel muss eine faire Lastenverteilung zwischen Beitragszahlenden, Pflegebedürftigen und Steuerzahlenden sein.“

Eine Deckelung der pflegebedingten Eigenanteile auf einen Höchstbetrag von 1.000 oder 1.200 Euro im Monat würde die Lage laut Studie etwas entspannen. Die Sozialhilfequote würden demnach dann auch im Jahr 2035 zwischen 32 und 37 Prozent liegen. (dpa-AFX)

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen