Talanx hält trotz Ukraine-Krieg an Gewinnziel fest

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Der Versicherungskonzern Talanx (HDI) hält trotz des Ukraine-Kriegs an seinem Gewinnziel für das laufende Jahr fest. Der Überschuss solle wie angekündigt auf 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts am Montag in Hannover mit.

Der Versicherungskonzern Talanx hält trotz des Ukraine-Kriegs an seinem Gewinnziel für das laufende Jahr fest. Der Überschuss solle wie angekündigt auf 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts am Montag in Hannover mit.

Zwar zeichne sich der geopolitische Konflikt in der Ukraine als Unsicherheitsfaktor ab. Für eine Abschätzung der möglichen Auswirkungen sei es jedoch noch zu früh. Im eigenen Geschäft sieht sich Talanx vom Krieg und den Sanktionen gegen Russland kaum betroffen.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Talanx-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag um gut drei Prozent auf 40,62 Euro zu und gehörte damit zu den stärkeren Titeln im MDax, dem Index der mittelgroßen Werte.

Russische CiV Life verkauft

Erst kurz vor Russlands Einmarsch in die Ukraine hatte der Talanx-Konzern seine russische Lebensversicherungseinheit CiV Life an die russische Sovcombank verkauft. Bei seinen Firmenkunden in Polen habe Talanx durch seine Tochter Warta zudem ein „marginales“ Risiko durch dortige Unternehmen, die in Russland aktiv sind, berichtete der Vorstand in einer Videokonferenz. Viel bedeutender dürften jedoch die indirekten Effekte sein, etwa durch eine stark steigende Inflation.

Ohnehin stellt der Talanx-Vorstand sein Gewinnziel immer unter den Vorbehalt, dass es keine Verwerfungen an den Währungs- und Kapitalmärkten gibt und die Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben.

Im zweiten Corona-Jahr 2021 gelang dem Versicherungskonzern trotz immenser Schäden durch die Flutkatastrophe in Deutschland der erste Milliardengewinn seiner Geschichte. So verdiente Talanx unter dem Strich 1,01 Milliarden Euro, gut anderthalbmal so viel wie 2020. Die Erstversicherung mit der Hauptmarke HDI steuerte 45 Prozent zum Konzernergebnis bei.

So viele Naturkatastrophen wie nie zuvor

Mit 1,26 Milliarden Euro mussten Talanx und die Rückversicherungstochter Hannover Rück so viel Geld für Schäden durch Naturkatastrophen ausgeben wie nie zuvor. Hinzu kamen Belastungen durch die vielen Corona-Toten in den USA und Südafrika: Weil wegen der Pandemie dort weitaus mehr Menschen starben als üblich, musste die Hannover Rück in der Personen-Rückversicherung deutlich höhere Leistungen auszahlen.

Für das laufende erste Quartal zeichnen sich die ersten Naturkatastrophen-Schäden bereits ab. Die Überflutungen in Australien dürften den Konzern mit mindestens 100 Millionen Euro kosten, sagte Finanzchef Jan Wicke. Hinzu kämen die Zerstörungen durch die Wintersturm-Serie in Deutschland im Februar.

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