Warum Anleger jetzt über Tech-Käufe nachdenken sollten

Ulrich Mueller
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Ulrich Müller

Nach einem turbulenten Februar richtet Börsenprofi Ulrich Müller den Blick nach vorn. Der Markt bleibt angespannt, geopolitische Risiken belasten die Zinsperspektive. Dennoch erkennt der Investor erste Chancen bei ausgewählten Tech-Aktien.

Erste Einstiegssignale bei Aktien

Nachdem Müller bereits seit Monaten seine Beteiligungen an großen Tech-Konzernen reduziert hat, denkt er nun wieder über erste Zukäufe nach. „Tech-Giganten wie Microsoft oder auch Adobe notieren inzwischen teils deutlich unter ihren Höchstständen. So langsam können sich langfristige Anleger wieder mit Käufen dieser Aktien befassen“, sagt er und verweist auf die herausragende Marktstellung der Unternehmen. Absolute Marktführer haben es in schwierigen Marktsituationen einfacher, als kleinere Unternehmen. Zugleich sind sie auch die ersten Adressen, wenn es wieder besser läuft. Einzelne Tech-Werte könnten daher schon bald wieder interessant werden. „Das gilt im aktuell volatilen Marktumfeld umso mehr, wenn es zu Übertreibungen nach unten kommt. Diese sind angesichts der großen Bedeutung von passiven ETF-Investments wahrscheinlicher als noch vor ein paar Jahren“, betont er.


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Zinssenkungen rücken in weite Ferne

Der Krieg in Nahost und die faktische Blockade der Straße von Hormus hat die Energiepreise bereits stark steigen lassen. „Aktuell sieht es danach aus, als dürfte die Lage auch noch einige Zeit unübersichtlich bleiben. Ich erwarte daher, dass sich die Teuerung von Rohstoffen auf Produkte ausweiten wird. In einem solchen Marktumfeld sind Zinssenkungen weniger realistisch. Das belastet Unternehmen mit einem hohen Finanzierungsbedarf. Ein Ende der Hausse sehe ich jedoch nicht – die kommenden Wochen dürften aber volatil bleiben“, sagt Müller.

Anlass zur Selbstreflexion

Als erfahrener Börsianer hat Müller an den Märkten schon eine Menge erlebt. In der aktuellen Krise sieht Müller für Privatanleger auch eine Chance, ihre eigene Risikotoleranz auf die Probe zu stellen. „Wer in den vergangenen Tagen ständig auf sein Depot geschaut hat und leicht gereizt war, der sollte sich damit auseinandersetzen und gegebenenfalls die eigene Anlage-Strategie anpassen. Vor allem wer langfristig anlegt, sollte auch turbulenten Marktphasen ruhig schlafen können. Gelingt das nicht, ist möglicherweise etwas nicht in Ordnung“, findet Müller. Der Marktkenner setzt aktuell auf 30 bis 50 Prozent Cashquote und rät das auch Privatanlegern. „Wer mit weniger Aktien klarer denken kann, ist immer im Vorteil. Die Wahl der Anlagestrategie ist individuell. Gerade jetzt sehen Anleger, ob sie angemessen investiert haben oder zu gierig waren.“

Ulrich Müller hat über 30 Jahre Börsenerfahrung und ist Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy in Halstenbek bei Hamburg.

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