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Wie Finanzvertriebe KI nutzen – und wo der Mensch bleibt

Die KI-gestützten Anwendungen stoßen bei den Vermögensberaterinnen und Vermögensberatern auf eine hohe Akzeptanz – insbesondere dort, wo sie konkret entlasten und Prozesse vereinfachen, berichtet das Unternehmen. Grundsätzlich entwickele die DVAG alle digitalen Tools in enger Zusammenarbeit mit dem Vertrieb. „Die Vermögensberaterinnen und Vermögensberater wissen am besten, was sie selbst zum Arbeiten brauchen und was sich ihre Kunden wünschen“, so Glanz. „Der Faktor Mensch und das damit einhergehende Vertrauensverhältnis zwischen Berater und Kunde bleibt für die DVAG unverzichtbar. Viele Kunden brauchen gerade bei komplexen Themen der Finanzberatung weiterhin Menschen als Berater“, betont er. 

So schafft BCA „unmittelbaren Mehrwert“

Roman Schwarze, BCA (Foto: BCA/Das Portrait/Reinhard Simon)

Intensiv arbeitet auch der Maklerpool BCA an der Implementierung von KI in das Angebot für die angeschlossenen Vermittler. „Als Maklerpool setzen wir KI und ganz grundsätzlich Technologie innerhalb unserer Vermittlerplattform DIVA gezielt dort ein, wo sie im Vermittlergeschäft unmittelbaren Mehrwert schafft und unsere Rolle als Servicemanufaktur weiter stärkt“, berichtet Vorstand Roman Schwarze. „Unsere KI-Strategie folgt dabei einem klaren Leitprinzip: digitale Effizienz dort, wo sie Servicequalität und Beratungskraft erhöht“, so Schwarze weiter. Als Beispiel nennt er den bereits im vergangenen Jahr vorgestellten DIVA Portfolio Builder, ein KI-gestütztes System zur Portfoliooptimierung.

Ein weiteres zentrales Einsatzfeld sei die KI-gestützte Antragsverarbeitung: Hochgeladene PDF-Anträge werden demnach automatisiert analysiert, Pflichtangaben erkannt und direkt in die digitale Antragsstrecke übertragen. „Das Ergebnis ist messbar. Weniger manueller Aufwand, höhere Datenqualität und deutlich schnellere Abschlussprozesse“, betont Schwarze.

Im nächsten Schritt plant BCA, den vertriebsunterstützenden KI-Einsatz in der Endkunden-App „Ihr FinanzCockpit“ zu erweitern. „Künftig können Anwender auch fremd betreute Policen per KI auslesen und strukturiert hinterlegen“, erklärt er. Damit erhalte der Versicherungsmakler ein vollständigeres Bild der Kundensituation und demzufolge eine sehr gute Grundlage für eine fundierte, ganzheitliche Beratung. „KI hilft uns so, digitale Convenience und persönliche Expertise intelligent miteinander zu verbinden“, so Schwarze.

„KI ist kein Selbstzweck“

„Die bisherigen KI-Funktionen stoßen bei unseren Vertriebspartnern auf eine sehr positive Resonanz und dies insbesondere aufgrund der spürbaren Entlastung im Arbeitsalltag“, berichtet auch er. „Auch hier bestätigt sich unser Ansatz: nicht Technologie um der Technologie willen, sondern klarer Mehrwert im Vermittlergeschäft.“ Konkrete quantitative Nutzungsdaten liegen aktuell noch nicht vor. „Entscheidend ist für uns jedoch: KI ist kein Selbstzweck, sondern integraler Bestandteil eines durchdachten Serviceverständnisses, das Prozesse beschleunigt, Qualität erhöht und unabhängige Vermittler nachhaltig stärkt“, betont auch Schwarze.

Einen eigenständig agierenden Maklerverwaltungsagenten namens PWX bietet indes die Infitech Gruppe, zu der unter anderem der führende Maklerpool Fonds Finanz und der Maklerverbund DEMV gehören, ihren Partnern. „Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes, KI-basiertes Agentensystem, das Aufgaben selbstständig in unserem MVP Professional Works ausführt“, berichtet Norbert Porazik, Co-CEO der Infitech Gruppe. Seit 1. Januar 2026 hat er mit Co-CEO Christine Schönteich die Gesamtverantwortung für die Gruppe übernommen. Beide führen zugleich weiterhin die Fonds Finanz. 

KI „erledigt Routineaufgaben auf Zuruf“

„Das System erledigt klassische Routineaufgaben, die Vermittler zuvor händisch bearbeitet haben, auf Zuruf“, so Porazik. Dazu zählen unter anderem die Kundenverwaltung (Anlegen und Bearbeiten von Kundenakten), das Vertragsmanagement (Verwaltung, Pflege und Übersicht aller Versicherungsverträge) sowie die Schadenverwaltung (Erfassung, Dokumentation, Nachverfolgung und Kommunikationserstellung zu Schäden).

Außerdem erledigt das System Porazik zufolge das Dokumentenmanagement, die Dokumentenanalyse inklusive Beantwortung von inhaltlichen Fragen zu Bedingungswerken, das Vorgangsmanagement (unter anderem mit Aufgaben, Wiedervorlagen, Kommunikation per E-Mail und Brief, Gesprächsnotizen und Erinnerungen) sowie das Thema Bedarfsanalyse und Beratung, also die Analyse von Absicherungsbedarf, Versorgungslücken und Beratungsvorschlägen für Privat- und Gewerbekunden. Puh!

„Vermittler gewinnen Zeit“

„Am häufigsten nutzen Makler die KI für die Vertragsanlage (23 Prozent) und Kundenverwaltung (21Prozent) – Kernprozesse im täglichen Geschäft, die durch die KI-Unterstützung deutlich beschleunigt werden“, berichtet Porazik. „Auf diese Weise gewinnen unsere Vermittler Zeit, sich noch mehr auf die persönliche und individuelle Beratung ihrer Kunden zu konzentrieren.“ Darüber hinaus stelle das Unternehmen den Partnern KI-gestützte Tools für bestimmte Zwecke zur Verfügung, wie etwa eine Social Media KI. „Sie hilft unseren Maklern dabei, professionellen Content für ihre Social-Media-Kanäle schnell und einfach zu erstellen. Das stärkt die Kundenbindung und die digitale Sichtbarkeit der Vermittler“, so Porazik. 

„Wir unterstützen unsere Makler außerdem dabei, Kundenkommunikation zu automatisieren und effizienter zu gestalten. Unsere Telefon-KI ist eine individuell-skalierbare Hybrid-Lösung aus Mensch und Bot“, sagt er. Spezialisierte KI-Bots übernehmen demnach rund um die Uhr standardisierte Anfragen und leiten komplexere Anliegen an einen geeigneten Fachexperten weiter.

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