Wildunfälle: Warum jetzt die riskanteste Zeit beginnt

Wildwechsel
Foto: Adobe Stock/ Mediaparts
Nach dem Winter sind Wildtiere verstärkt auf Nahrungssuche und insgesamt aktiver.

Ab Ende Februar steigt die Zahl der Wildunfälle spürbar an. Besonders im April und Mai häufen sich Kollisionen mit Rehen und Wildschweinen. Für Kfz-Versicherer bedeutet das Millionenaufwand – und für Vermittler erhöhten Beratungsbedarf.

Die Schäden durch Wildunfälle haben 2025 bei der R+V Versicherung rund 81 Millionen Euro erreicht. Mit mehr als fünf Millionen versicherten Fahrzeugen zählt der Anbieter zu den größten Kfz-Versicherern in Deutschland. Besonders auffällig ist die saisonale Entwicklung: Ab Ende Februar nehmen die Schadenmeldungen deutlich zu.

„Wir beobachten jedes Jahr, dass ab Ende Februar die Zahl der Wildunfälle deutlich zunimmt“, sagt Roland Richter, Kfz-Experte bei der R+V. „Am gefährlichsten ist es in den Monaten April und Mai.“ Laut Unternehmensstatistik liegt die Zahl der Kollisionen im April rund 50 Prozent über dem Niveau von Anfang Februar, im Mai sogar 60 Prozent darüber.

Damit beginnt jetzt die Phase mit dem höchsten Risiko im Jahresverlauf. Für Vermittler bietet der saisonale Anstieg Anlass, Kunden gezielt auf Gefahren und richtiges Verhalten hinzuweisen.


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Mehrere Faktoren verstärken im Frühjahr die Unfallgefahr. Nach dem Winter sind Wildtiere verstärkt auf Nahrungssuche und insgesamt aktiver. „Der wichtigste Grund aber sind Revierkämpfe“, erklärt Roland Richter. Rehe und andere Tiere legen dabei größere Strecken zurück und überqueren häufiger Straßen.

Hinzu kommen schwierige Sichtverhältnisse. Die Nächte sind noch lang, Nebel tritt häufiger auf, und die tief stehende Sonne kann Autofahrer blenden. „Die meisten der Unfälle verzeichnen wir in der Abend- und Morgendämmerung“, berichtet Kfz-Experte Richter. Besonders unfallträchtig sind nach Angaben des Versicherers Übergänge zwischen Wald- und Feldzonen.

Für die Schadenentwicklung bedeutet das eine klare saisonale Spitze im Frühjahr. In den Sommermonaten entspannt sich die Lage, bevor im Herbst erneut ein Anstieg folgt, wenn sich Wildtiere ihre Fettreserven für den Winter anfressen.

Richtig reagieren bei Wildwechsel

Kommt es zur plötzlichen Begegnung mit einem Tier auf der Fahrbahn, rät die R+V zu besonnenem Verhalten. „Auf keinen Fall ausweichen“, warnt Roland Richter. „Der Zusammenstoß mit einem Baum oder dem Gegenverkehr ist für Menschen viel gefährlicher als die Kollision mit einem Tier.“

Autofahrer sollten Warnschilder vor Wildwechsel ernst nehmen und ihre Geschwindigkeit anpassen. „Wenn Wild auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, unbedingt das Fernlicht abblenden und langsam fahren.“

Über das gesamte Jahr 2025 hinweg hat die R+V ihren Kfz-Versicherten Schäden in Höhe von rund 81 Millionen Euro durch Wildunfälle ersetzt.

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