Frühe Dämmerung, Nebel und die Brunftzeit vieler Wildtiere erhöhen im Herbst das Risiko für einen Wildunfall. Für die meisten Beteiligten geht ein solcher Zusammenstoß glimpflich aus, die Blechschäden am Fahrzeug können jedoch teuer werden. Wer nicht auf den Kosten sitzen bleiben will, braucht die passende Versicherung.
„Schäden durch Wildunfälle übernimmt die Kaskoversicherung - eine Kfz-Haftpflichtversicherung allein hilft hier nicht“, sagt Boss, Vorständin beim Bund der Versicherten (BdV). Doch auch bei der Kaskoversicherung entscheidet im Schadenfall das Kleingedruckte darüber, ob und in welcher Höhe gezahlt wird.
Ein Zusammenstoß mit Haarwild ist sowohl in der Teilkasko- als auch in der Vollkaskoversicherung grundsätzlich abgesichert. Weitere Hinweise und Tipps bietet der BdV im kostenlosen Infoblatt Kfz-Versicherung.
Welche Tiere sind abgesichert?
„Das heißt aber nicht, dass automatisch alle Tierunfälle übernommen werden“, sagt Boss. Zum Haarwild zählen unter anderem Füchse, Hasen, Hirsche und Rehe sowie Wildschweine. Für diese Tierarten greift der Versicherungsschutz in der Regel ohne weitere Voraussetzungen.
Anders sieht es bei anderen Tieren aus. „Unfälle mit Nutz- und Haustieren sowie Kollisionen mit Federwild, Wölfen oder Waschbären sind nicht immer abgedeckt“, sagt Boss. Für die Folgekosten solcher Unfälle kommt die Teilkaskoversicherung nur dann auf, wenn die Bedingungen die sogenannte erweiterte Wildschadenklausel enthalten.
Diese Klausel schließt den Zusammenstoß mit Tieren jeder Art ein. Fehlt sie im Vertrag, kann nur die Vollkaskoversicherung einspringen. Ein solcher Schaden hat dann allerdings die Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts zur Folge.
Richtiges Verhalten nach dem Unfall
Nach einem Wildunfall ist das korrekte Verhalten am Unfallort wichtig, auch für die anschließende Schadenregulierung. Die ersten Schritte sind das Absichern der Unfallstelle und das Informieren der Polizei.
Das angefahrene Tier sollte auf keinen Fall von der Unfallstelle entfernt werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Betroffene warten stattdessen am Unfallort oder in sicherer Entfernung auf das Eintreffen der Polizei oder der zuständigen Wildaufsicht.
Wer sein Smartphone zur Hand hat, sollte zudem einige Bilder machen. Fotos vom Unfallort, vom Fahrzeug und vom angefahrenen Tier unterstützen eine schnelle Schadenbearbeitung. „Betroffene sollten sich zudem eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen und den Unfall umgehend bei ihrem Versicherer melden“, sagt Boss.














