Wohnungsbau: Gewerkschaft drängt auf staatlich gedeckelte Bauzinsen

Baufinanzierung
Foto: Adobe Stock/ zephyr_p

Die Baukrise hält an, die Zahl neuer Wohnungen ist deutlich gesunken. Die IG Bau fordert nun staatliche Eingriffe bei den Zinsen und einfachere Baustandards, um den Wohnungsbau kurzfristig anzukurbeln. Kann das die Trendwende bringen?

Gegen die Krise am Wohnungsmarkt fordert die IG Bauen Agrar Umwelt eine gezielte Förderung für preiswerte Wohnungen. „Ankurbeln lässt sich der Wohnungsbau ganz kurzfristig über reduzierte Zinsen“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur. „Konkret fordern wir ein Förderprogramm der KfW, das die Bauzinsen auf maximal ein Prozent senkt.“ Profitieren sollten davon Sozialwohnungen oder Quartiere mit einer Mietpreisbindung von 8 bis 12 Euro je Quadratmeter.


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Darüber hinaus solle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) nun Ernst machen mit ihren Plänen für das Bauen mit einfacheren Standards – dem sogenannten Gebäudetyp E, forderte Feiger. „So könnten die durchschnittlichen Kosten im Wohnungsbau von rund 4.650 Euro pro Quadratmeter auf etwa 3.500 Euro gesenkt werden.“

Feiger verwies darauf, dass die Fertigstellungszahlen bei Wohnungen drastisch zurückgegangen seien. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: „Die Zahl neu gebauter Wohnungen wird auf unter 200.000 sinken.“ Das sei weniger als die Hälfte dessen, was gebaut werden müsste. „Damit wird eine rote Linie gerissen“, sagte Feiger.

Er bezog sich bei der Prognose auf die Auswertung verschiedener Bauindikatoren. Noch im Jahr 2020 waren 306.000 Wohnungen fertig gestellt worden, im Jahr 2024 immerhin noch gut 250.000. Feiger äußerte sich vor dem Wohnungsbau-Tag in Berlin. Dort will sich heute Mittag auch Bauministerin Hubertz in einer Rede zu Wort melden. (dpa-AFX)

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