ELTIF-Reform: Weiterentwicklung eines Erfolgsmodells

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Timo Werner, Commerz Real

Timo Werner, Fondsmanager Klimavest, Commerz Real, erläutert, warum ELTIF für Investments in die Energiewende besonders geeignet sind.

Mit der Einführung des ELTIF (European Long-Term Investment Fund) im Jahr 2015 ist der EU ein Meilenstein gelungen. Quasi als europäisches Pendant zum deutschen offenen Immobilienfonds bietet er einen ähnlich stabilen Rahmen, stand aber von Beginn an einer größeren Vielfalt an Assetklassen zur Verfügung. Somit ermöglicht er in vorher nicht dagewesener Weise Privatanlegern, langfristige Investments in Assets im Bereich der Energiewende zu tätigen.

Deshalb haben wir den ELTIF vor zwei Jahren als Vehikel für unseren Impact-Fonds Klimavest gewählt, Deutschlands ersten offenen Privatanlegerfonds für Infrastrukturinvestments und derzeit größter ELTIF. Rund zwei Jahre nach Fondsauflage Ende 2020 steht das Fondsvolumen bei fast einer Milliarde Euro, langfristig soll der Fonds ein Volumen von zehn Milliarden Euro erreichen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sehen wir bei den regulatorischen Rahmenbedingungen noch Verbesserungspotenzial. Deshalb begrüßen es ausdrücklich, dass die EU den ELTIF reformieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen will, indem bisherige Vorgaben wie die Mindestanlagesumme von 10.000 Euro gelockert werden.

Es ist konsequent und richtig, dass die EU langfristige Investitionen in „grüne“ Infrastruktur auch für Privatanleger erleichtert, um verstärkt privates Kapital dafür zu mobilisieren und die Bürger an den Chancen der Energiewende partizipieren zu lassen. Das steht im Einklang mit den Zielen

Den Anlegern wird künftig – eine fachmännische persönliche Anlageberatung vorausgesetzt – mehr Entscheidungsfreiheit und Flexibilität zugestanden, um in nachhaltige Assets investieren zu können. Insbesondere die starren Grenzen bei der Mindestanlagesumme von 10.000 Euro und dem maximalen Anteil am investierbaren Gesamtvermögen waren und sind für viele Privatanleger hinderlich. Deshalb ist es an der Zeit, den ELTIF für niedrigere Mindestanlagesummen und auch für Sparpläne zu öffnen. Gleichzeitig wird durch den Wegfall verschiedener Einschränkungen bei der Asset-Auswahl eine noch stärkere Diversifizierung in den ELTIF-Portfolios ermöglicht.

Wir sehen uns in der Entscheidung für einen Impact-ELTIF für Privatanleger absolut bestätigt. Sobald die geplanten Änderungen (voraussichtlich Ende 2023) in Kraft treten, wird sich das Vehikel ELTIF sicherlich mit noch einmal deutlich verstärkter Dynamik entwickeln und fester Bestandteil der Altersvorsorge zahlreicher Menschen werden.

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