Anzeige
7. September 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungsvertrieb im Wandel

Die Topmanager der deutschen Versicherungsbranche wollen laut einer aktuellen Umfrage bis zum Jahr 2008 ihre Wachstumsraten erhöhen, indem sie ihren Vertrieb und das Kundenmanagement weiter modernisieren. Neue Produktkonzepte liegen in den Schubladen. Die Priorität liegt klar auf dem Vertrieb. Jeder fünfte Euro wird in den Außendienst fließen. Im letzten Jahr waren es nur 15 Prozent. Die Vorbereitungen auf die EU-Vermittlerrichtlinie machen Vertriebsinvestitionen unumgänglich. Die neuen Regelungen nehmen die Versicherer noch stärker in die Pflicht. Vor allem die Anforderungen an die Qualifikation des Außendienstes steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Top-Entscheiderbefragung ?Branchenkompass 2006? von Steria Mummert Consulting AG in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Der Vertrieb wird somit zunehmend zum Erfolgsfaktor Nummer eins für die Versicherer. Persönliche Kundenberatung und persönliche Kundenservice rücken noch stärker in den Fokus der Entscheider. Das Gros der Investitionen fließt in Vertriebsschulungen. 84 Prozent der Gesellschaften planen, einen großen Teil ihrer Investitionen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter einzusetzen. Darüber hinaus sehen die Entscheider große Potenziale im intelligenten Kundenmanagement. Die technische Unterstützung des Vertriebs, beispielsweise mit Informationssystemen für Führungskräfte, soll helfen, Vertriebsausgaben zu optimieren. Zudem sollen Kunden mit hohem Cross-Selling- und Weiterempfehlungspotential besonders intensiv und bedarfsgerecht betreut werden.

Zum Aufspüren der lukrativen Kunden setzen die Versicherer verstärkt moderne Kundenmanagementsoftware ein. Allein hierfür sind mittelfristig rund 14 Prozent der Investitionen vorgesehen.Insgesamt blickt die Branche wieder optimistisch in die Zukunft: Zwei von fünf befragten Topmanagern gehen davon aus, dass sich die Branche in den kommenden drei Jahren besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln wird. Insgesamt sind große Versicherer optimistischer als kleinere und mittlere. Kleine Versicherer geraten zunehmend durch einen verstärkten Preis- und Kostenwettbewerb unter Druck.

Auf der Produktseite wird die betriebliche Altersvorsorge nach Ansicht der befragten Versicherungsmanager Wachstumsträger Nummer eins für die kommenden drei Jahre sein. Ähnliche hohe Geschäftserfolge versprechen sich die Entscheider zudem von der klassischen Kapitallebensversicherung, die ihr Absatztief überwunden hat. Kranken- und Kompositversicherungen werden dagegen an Dynamik verlieren. Knapp 60 Prozent der Befragten halten es für notwendig, neue Geschäftsfelder zu erschließen, um die Zukunft ihrer Unternehmen zu sichern. Dabei haben die Assekuranzen vor allem Produkte für spezielle Zielgruppen im Auge.

Mit Blick auf den demografischen Wandel nehmen die Versicherer beispielsweise die Altersgruppe 50 plus und Frauen ins Visier. Für diese schnüren sie spezielle Tarif- und Leistungspakete, die auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen. 60 Prozent der Topmanager wollen die neuen Geschäftsfelder mit Hilfe strategischer Partner angehen. Lebensversicherer setzen vor allem auf eine größere Produktauswahl. Viel eher als noch vor drei Jahren sind sie bereit, so genannte White-Label-Produkte von Dritten zu kaufen und im eigenen Vertrieb einzusetzen. Damit können sie ihre Produktpalette erweitern und Kosten einsparen.

Die aktuelle Studie ?Branchenkompass 2006? von Steria Mummert Consulting AG entstand in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. In einer Topentscheiderbefragung informierten 100 Führungskräfte aus 100 der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands über ihre Investitionsziele und ihre Marktpolitik bis 2008.

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Allianz überarbeitet Rechtsschutz-Tarife

Die Allianz startet im Oktober ihr neues Privat-Rechtsschutz-Angebot. Nach Angaben des Versicherers wurden die weltweit geltenden Versicherungssummen in allen drei Rechtsschutzvarianten angehoben.

mehr ...

Immobilien

Mietlager profitieren von höheren Wohnkosten

Die Urbanisierung und steigende Mieten treibt auch die Gebühren für Mietlager. Immer mehr Menschen suchen externe Lager, um die Miete für mehr Lagerraum in der eigenen Wohnung zu sparen. Der Markt wächst auch in Deutschland.

mehr ...

Investmentfonds

“Einführung des Euro war Europas größter Fehler”

Eine stabile europäische Währungsunion wird nie existieren. Darüber sind sich die Europa-Experten einig, die beim zweiten Feri Science-Talk über die Zukunft und Schwierigkeiten des Euro diskutiert haben. Keiner der Lösungsvorschläge scheint gut genug, um die wachsenden Probleme zu lösen.

mehr ...

Berater

Fondskonzept und DGFRP beschließen IT-Kooperation

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung (DGFRP) und der Illerstissener Maklerpool Fondskonzept mitteilen, arbeiten sie ab dem 1. November in der Informationstechnologie zusammen. Hierzu bündeln die beiden Maklerdienstleister ihre IT-Lösungen und fassen Ressourcen in den Sparten Investment und Versicherungen zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Autark Invest: Vertrieb mit abgelaufenem Prospekt?

Die Finanzaufsicht BaFin weist auf ihrer Website darauf hin, das der Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, “ungültig” ist. Er hat sein gesetzliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...