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29. Mai 2008, 00:00
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Studie: Anleger sind informiert und preissensibel

Die steigende Professionalisierung der Anleger hat den Preisdruck auf Finanzberater erhöht. Die Kunden sind durch die Angebote von Direktbanken und Discounter beim Kauf von Finanzprodukten preisbewusster geworden und fordern vielfach Rabatte beim Ausgabeaufschlag. So lautet eines der Ergebnisse der Studie ?Perspektiven-Update: Aktuelle Trends im freien Finanzberatungsmarkt in Deutschland? der Frankfurter Fondsgesellschaft JPMorgan Asset Management.

Insgesamt wurden 176 freie Finanzberater und Vermögensverwalter zu Trends und Perspektiven ihrer Branche befragt. Untersucht wurde, welche Themen derzeit den Markt bewegen, dazu Veränderungen in Geschäftsmodellen und Serviceangebot seit 2006, Wettbewerber im Anlagegeschäft, Preisgestaltung beziehungsweise Preissensibilität der Anleger sowie das Thema Abgeltungssteuer. Wie die Befragung zeigt, sind die Themen ?Altersvorsorge? und ?Abgeltungssteuer? für Finanzberater derzeit besonders relevant. Auch hinsichtlich der vertrieblichen Planung dominieren die beiden Themen. Im Jahr vor ihrer Einführung hat die Abgeltungssteuer das Thema Altersvorsorge sogar als Top-Thema im Finanzberatungsmarkt abgelöst.

Regulatorische Themen wie MiFID sind nach wie vor für jeden zweiten der befragten Berater relevant. Die Auswirkungen der regulatorischen Änderungen auf die Geschäftsmodelle in der Finanzberatung sind jedoch gering: Viele der befragten freien Berater wollen ihr Geschäftsmodell beibehalten, da ihnen ihrer Einschätzung nach die Rahmenbedingungen bisher einen ausreichenden Gestaltungsspielraum belassen: Für 42 Prozent soll aus heutiger Sicht alles beim Alten bleiben. Bei den Veränderungswilligen ist die Beantragung der Lizenz nach Paragraf 32 KWG mit Abstand die beliebteste Option ? wenn auch mit rückläufiger Tendenz. Im Vergleich zu 2006 haben jedoch auch die Alternativen ?mobiler Vertrieb einer Bank? oder die Tätigkeit in einem Strukturvertrieb leicht an Attraktivität gewonnen.

Die befragten Finanzberater betrachten nach wie vor keinen der konkurrierenden Vertriebswege als dominante Konkurrenz. Wie bereits im Jahr 2006 werden die Banken mit ihren langjährigen Kundenbeziehungen als Hauptwettbewerber empfunden. Parallel wird zudem der ?gefühlte Wettbewerb? unter den freien Finanzberatern merklich stärker. Auch Discountanbieter werden nun deutlicher als Konkurrenten identifiziert. Direktbanken, denen bereits im Jahr 2006 eine ähnlich starke Wettbewerbsposition wie Vermögensverwaltern zugeordnet wurde, konnten ihre Position weiter ausbauen. Flexibilität bei Beratungszeit und -ort ist weiterhin das Instrument der Kundenbindung, über das sich freie Finanzberater gegenüber konkurrierenden Vertriebskanälen abgrenzen. Zudem bieten sie heute verstärkt Internetpräsenzen mit Depotinformationen für Ihre Kunden an. Dies passt zum Trend einer zunehmenden Professionalisierung der Anleger und befreit gleichzeitig Ressourcen für komplexere Beratungsaufgaben. Freie Berater nehmen verstärkt Kundensegmentierungen hinsichtlich Anlegerbedürfnissen, -zielen und Anlagestrategien vor und bieten zunehmend ganzheitliche Beratungsansätze an.Als wichtigste Voraussetzung für einen guten Berater werden Beratungskompetenz, Transparenz der Finanzplanung, Flexibilität bei den Beratungszeiten und ein breites Fondsangebot vorausgesetzt. Die Befragten nehmen ihre Kunden immer stärker als gut aufgeklärte Anleger wahr, die folglich mehr aktive und kontinuierliche Überprüfung ihrer Finanzplanung sowie Transparenz im Hinblick auf die Kostenstruktur erwarten. Insgesamt steht das Preis-/Leistungsverhältnis stärker im Fokus. (af)

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