AfW-Vorstand-Rottenbacher: „Regulierung mit Augenmaß“

Während sich die Regierungsfraktion noch findet und langsam in ihre Aufgaben hineinwächst, arbeiten die Lobby-Verbände bereits mit Hochdruck an der Großbaustelle Regulierung. cash-online sprach im Anschluss an das Entscheidertreffen des Bundesverbands Finanzdienstleistung (AfW) mit AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.

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cash-online: Stichwort Regulierung – was ist Ihrer Meinung nach derzeit das dringendste Problem?

Rottenbacher: Es gibt drei Baustellen. Ein Thema ist die Regulierung des Vertriebs auf dem Niveau des Versicherungsvertriebs. Die zweite Baustelle ist das Thema Transparenz und Vergütungsformen, Baustelle Nummer drei ist eine Art Finanz-Tüv, mit dem Sorge getragen werden soll, dass der Kunde Informationen darüber bekommt, welche Produkte geeignet sind.

cash-online: Wo muss unter anderem angesetzt werden?

Rottenbacher: Wir benötigen dringend eine Vereinheitlichung der Anforderungen an den Finanzvertrieb. Wir fordern eine Regulierung mit Augenmaß, die qualitativ hochwertiges Geschäft unterstützt und nicht verhindert. Also zum Beispiel ein fairer politischer Umgang mit der Provisions-/Courtageberatung sowie Rechtssicherheit bei der Honorarberatung für Versicherungsmakler. Oder verständliche Produktinformationsblätter, für deren Fehler Berater aber nicht haftbar gemacht werden dürfen.

cash-online: Welche Rolle nimmt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in diesem Prozess der Regulierung ein?

Rottenbacher: Das BMELV wird sicher die Lokomotive bleiben. Dennoch erwarten wir, dass Gesetzesentscheidungen in andere Ministerien verlagert werden. Themen, die den Kapitalanlagevertrieb betreffen, gehen beispielsweise in das Wirtschaftsministerium, Änderungen des KWG in das Finanzministerium und alle Bereiche rund um das VVG wird das Justizministerium übernehmen.

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