Anzeige
Anzeige
1. Juli 2009, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gerichtsurteil: AWD darf sich nicht unabhängig nennen

Der Finanzvertrieb AWD darf nach einem Urteil der Richter vom Landgericht Hannover nicht weiter damit werben, unabhängig zu sein. Geklagt hatte mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) ein Branchenwettbewerber. Der AWD kündigte an, in Berufung zu gehen.

Unabhängig davon könnte der AWD womöglich gezwungen werden, seine Werbestrategie zeitnah anzupassen. Würde die DVAG eine sofortige Umsetzung des noch nicht rechtskräftigen Urteils verlangen, müssten die Hannoveraner binnen eines Monats ihre Online-Werbung ändern und binnen drei Monaten alle sonstigen Werbeflächen. Der bekannte Slogan: “AWD – Ihr unabhängiger Finanzoptimierer” hätte dann erstmal ausgedient. Genauso wie die Claims “Europas Nummer 1 zur unabhängigen Finanzoptimierung” und “unabhängige ganzheitliche Finanzberatung”.

DVAG erwägt vorzeitige Vollstreckung des Urteils

Bei der DVAG ist die Entscheidung, auf vorläufige Vollstreckung des Urteils zu setzen, noch nicht endgültig gefallen. Unternehmenskreise äußerten gegenüber cash-online aber bereits, dieser Option nicht abgeneigt zu sein. Eine Sicherheitsleistung in Höhe von drei Millionen Euro müsste sich das Unternehmen den Schritt allerdings kosten lassen ? ohne jegliche Gewissheit, wie die Richter in den weiteren Instanzen entscheiden werden.

Das Gericht begründete sein Urteil mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit des AWD von seiner Konzernmutter, dem Lebensversicherer Swiss Life. Seit Firmengründer Carsten Maschmeyer den AWD verlassen habe, sei der Einfluss der Schweizer noch stärker geworden. Grundsätzlich entscheide aber ohnehin weniger, welchen Einfluss der Mutterkonzern de facto ausübt, sondern vielmehr welche Möglichkeiten er durch die Beherrschung der Tochter theoretisch habe, so die Richter.

Richter sehen AWD durch Swiss Life beeinflusst

Auch auf Beratungsebene bewertete das Gericht den AWD nicht als unabhängig. Der Grund liege in der hierarchischen Struktur des Vertriebs. Zudem biete auch die vom Unternehmen verwendete Beratungs-Software Möglichkeiten, Vermittler zu beeinflussen. Die 6.000 AWD-Finanzberater nutzen ein einheitliches Computerprogramm.

Ein AWD-Sprecher betonte indes gegenüber cash-online, sein Unternehmen werde seine Kunden auch weiterhin “unabhängig und ganzheitlich” beraten. Der AWD habe seit letztem Jahr ohnehin verstärkt mit dem Claim “Mehr Netto” geworben.

Die Richter verurteilten kurioserweise auch die DVAG, ihre Werbung zu ändern. Sie untersagten dem Unternehmen, sich mit den Slogans “weltweite Nummer 1 der eigenständigen Finanzvertriebe” und “weltweit größter eigenständiger Finanzvertrieb” zu vermarkten. Der Konzern habe nicht nachweisen können, global tatsächlich an erster Stelle zu stehen, außerdem agiere er lediglich in Europa, begründete das Gericht seine Entscheidung. Die DVAG erklärte, keine Probleme damit zu haben, sich von ihren Slogans zu trennen.

Der AWD hatte gegen die Verwendung der Werbebotschaften geklagt. (hb)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...