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18. März 2009, 00:00
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Warum Maschmeyer den AWD verlässt

Was ist der wahre Grund dafür, dass Carsten Maschmeyer, Gründer eines der größten europäischen Finanzvertriebe, des AWD in Hannover, sich aus dem Vorstand seines Unternehmens zurückzieht? Diese Frage treibt die Branche seit zwei Tagen um (cash-online berichtete hier).

Gespräche mit Maschmeyer über seine ?Doppelrolle?

Bislang gibt es weder seitens des AWD noch des Versicherers Swiss Life, dem der Finanzvertrieb inzwischen gehört, eine offizielle Bestätigung darüber. Ein Konzernsprecher der Schweizer kommentierte gegenüber cash-online lediglich, dass die Konzernführung von Swiss Life in ?engem Kontakt? mit Maschmeyer steht, um seine ?zwei Rollen als größter Einzelaktionär und derzeitiger Co-CEO neben Manfred Behrens zu diskutieren?. Der AWD-Gründer hält einen Aktienanteil an Swiss Life in Höhe von acht Prozent.

Enttäuschung über gescheiterte Übernahmeversuche?

Wie cash-online erfuhr, mutmaßen Brancheninsider, Swiss Life wolle den operativen Einfluss des AWD-Gründers auf den Finanzvertrieb möglichst klein halten, um den deutschen Markt vertrieblich eigenständig zu gestalten. Maschmeyer habe zudem mit seinem Geschäftsgebahren den Unmut der Schweizer erregt. So gelang es ihm zunächst nicht, den Vertrieb GKM, Kapfelberg/Kehlheim, zu übernehmen, (cash-online berichtete hier) schließlich scheiterte der Versuch, den langjährigen Rivalen MLP zu entern, endgültig durch den Einstieg der Hannoveraner Talanx-Gruppe in den Wieslocher Finanzdienstleister (cash-online berichtete hier).

AWD-Geschäftsmodell nicht mehr zeitgemäß?

Hinzu komme, dass Maschmeyers Lebenswerk allmählich bröckelt. Das AWD-Geschäftsmodell, bei dem der Umsatz vor allem über hohe Stückzahlen (mit dem damit verbundenen Risiko hoher Stornoquoten) und die Rekrutierung von zahlreichen Nebenberuflern generiert wurde, funktioniere im Zuge der Regulierung der Finanzbranche nicht mehr. Die EU-Vermittlerrichtlinie fordert eine höhere Qualifizierung von Vermittlern, und die Novelle des Versicherungsvertragsgesetzes hatte eine Verlängerung der Stornohaftung auf fünf Jahre zur Folge. Dies wiederum bedeute schwindende Umsatzzahlen sowie eine höhere Mitarbeiterfluktuation.

AWD-Berater enttäuscht über Rückzug des Chefs

Auch der Rückhalt der AWD-Berater schwinde zunehmend. Viele dürften sich erbost darüber zeigen, dass Maschmeyer die ?AWD-Familie? entgegen allen Beteuerungen (?Wir gehören zusammen ? immer?) nun doch verlassen werde. Nichtsdestotrotz könnte in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, Swiss Life demontiere das Lebenswerk des Hannoveraners Geschäftsmanns und verhindere dessen Traum, AWD zum weltweit größten Vertrieb auszubauen ? damit wäre das Scheitern nicht Maschmeyer persönlich zurechnen.

Stehen Axa und Zurich Gruppe in den Startlöchern?

Überdies mehren sich Gerüchte darüber, dass sowohl die Axa als auch die Zurich Gruppe planen, Swiss Life aufzukaufen. Die Schweizer Konzernkommunikation wollte diese Mutmaßungen gegenüber cash-online jedoch nicht kommentieren. (aks)

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