16. September 2010, 13:01
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Aragon-Interview: “Offen für anorganisches Wachstum”

Der Wiesbadener Finanzkonzern Aragon ist in Kauflaune und hat kürzlich sein Unternehmensportfolio mit dem Allfinanzdienstleister Finum Finanzhaus ausgebaut. Cash. sprach mit COO Wulf Schütz über die Akquisition und weitere geplante Shoppingtouren.

Wolf-Sch Tz Aragon1-127x150 in Aragon-Interview: Offen für anorganisches Wachstum

Wulf Schütz, Aragon

Cash.: Was steckt hinter der Übernahme von Finum Finanzhaus?

Schütz: Mit der Akquisition der Finum setzen wir unsere Buy-and-Build Strategie auch in diesem Jahr konsequent fort und bauen auf den guten Erfahrungen  mit der Scopia Private Finance, der ehemaligen MLP Österreich, auf. Das Marktsegment für anspruchsvolle Privatkunden, auch  Mass-Affluent-Markt genannt, ist ebenso in Deutschland äußerst attraktiv. Die Loyalität der Kunden zum Unternehmen und zum Berater ist hoch. Es herrscht zudem eine vergleichbar hohe Vertragsdichte – bei der Finum sind dies im Schnitt über zwölf Verträge pro betreuter Familie. Zudem ist Finum in einem Segment tätig, in dem auch Themen wie Honorarberatung künftig eine Rolle spielen können. Einige Wettbewerber,  wie  die  Comdirect  Private Finance, sind aus diesem Markt ausgeschieden, andere stagnieren in ihrer Entwicklung seit Längerem.

Cash.: Wie passt Finum in Ihr Geschäftsportfolio?

Schütz: Wir haben drei operative Geschäftsbereiche. Den Bereich Broker Pools mit der Jung DMS & Cie. und der Bit, den Bereich Institutional Sales mit der Fundmatrix und den Bereich Financial Consulting. In diesem starteten wir Anfang 2008 mit dem Strukturvertrieb Compexx in das Endkundengeschäft. Danach folgte im Mai 2008 der Spezialvertrieb Inpunkto, Ende 2009 die Scopia Private Finance. Die Finum-Akquisition knüpft an unsere Aktivitäten mit der Scopia an. Wir haben uns länger nach einem geeigneten Nukleus für Deutschland umgeschaut, den wir mit der Finum gefunden haben. In der Folge dieser Übernahme haben wir bereits Gespräche mit weiteren möglichen Kandidaten geführt, die wir relativ schnell zum Teil der Aragon-Familie machen möchten.

Cash.: Da können wir in diesem Jahr also noch die eine oder andere Akquisition erwarten.

Schütz: Die Aragon ist historisch stark über Zukäufe gewachsen. Wir sind mittlerweile die erste Adresse für Unternehmer und Vermittler, die eine neue Heimat suchen. Aus diesem Grund führen wir praktisch ständig Gespräche mit Verkäufern. Bei Finum ist unser Ziel, die Berateranzahl von derzeit rund 100 bis Ende 2011 zu verdoppeln. Sie können also davon ausgehen, dass wir uns mögliche Akquisitionsziele ansehen um dieses Ziel zu erreichen. Aber auch in unseren anderen Geschäftsbereichen sind wir grundsätzlich anorganischem Wachstum offen gegenüber eingestellt.

Cash.: Was hebt Finum von anderen Vertrieben ab?

Schütz: Die Finum unterscheidet sich in vielen Punkten: Zum einen sind sämtliche Berater Brancheninsider mit durchschnittlich über zehn Jahren Erfahrung und einer qualifizierten Ausbildung. Zum anderen beraten wir produkt- und assetklassen-unabhängig und fokussieren uns ausschließlich auf die spezifische Kundensituation. Die Auswahl von mehr als 12.000 Produkten ist, im Vergleich mit anderen Unternehmen, die auf dieses Segment spezialisiert sind, nahezu einzigartig. Trotz einer vergleichsweise hohen Provisionsvergütung gibt es bei Finum keinerlei Vertriebs- und Produktvorgaben. Wir glauben, dass dies einer qualitativ hochwertigen Beratung förderlich ist. Das geht nur, weil die Finum über eine aus unserer Sicht im Markt einzigartige technische Infrastruktur und Beratungstechnologie verfügt.

Cash.: Welche Technologien sind das?

Seite 2: Warum Aragon sich nicht als Ausbildungsunternehmen sieht

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1 Kommentar

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