21. Mai 2010, 18:51
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Honorarberatung: Im Schatten der Provision

Viele wollen am Kuchen des Honorarberatungsmarktes teilhaben. So startete Mitte Oktober vergangenen Jahres mit dem Berliner Unternehmen Xenix Inves­tor Services ein Honorarberater auf dem Markt, der voll auf börsennotierte Indexfonds, sogenannte ETFs, setzt. Gründer Dr. Markus Thomas will nach eigenen Aussagen die Vorteile von ETFs mit einer „individuellen Strategie-Beratung“ verbinden. Seine Zielgruppe seien private und institutionelle Anleger, überwiegend im deutschsprachigen Raum und in Nordeuropa.

Geschäftspotenzial in der Honorarberatung wittern zudem die Banken. Laut einer Studie der Managementberatung Steria Mummert ist bei jedem dritten Institut das Vergütungsmodell der Honorarberatung in Planung. Nägel mit Köpfen haben beispielsweise die Direktbanken Cortal Consors sowie Comdirect gemacht. Sie haben im vergangenen Jahr nach Testläufen die Honorarberatung eingeführt.

Die Quickborner Comdirect startete im November mit „Anlageberatung Plus“, bei der sich Kunden börsentäglich zu Wertpapierinvestments beraten lassen können. Mit der Resonanz ist das Institut nach eigenen Angaben sehr zufrieden: „Wir hatten Ende des ersten Quartals 2010 bereits 500 Kunden, die das Angebot nutzen“, sagt eine Unternehmenssprecherin. Cortal Consors hingegen äußert sich zu den genauen Zahlen nicht, man liege im dreistelligen Bereich, obwohl das Angebot nach wie vor nicht aufwendig beworben werde, heißt es.

Unterschrift-Vertrag1-127x150 in Honorarberatung: Im Schatten der ProvisionDie Nürnberger stiegen etwa zum gleichen Zeitpunkt in die Honorarberatung ein. Allerdings entschieden sich dann zunächst weniger als hundert Kunden für das neue Modell, wie Deputy CEO Kai Friedrich Ende November im Cash.Online-Interview sagte. Jetzt, ein paar Monate später, zeigt er sich mit der Entwicklung zufrieden: „Die Kunden schätzen das alternative Gebührenmodell und fangen an, sich stärker mit dem Thema Qualität und Bezahlung von Beratung zu beschäftigen. Wir haben einen zwar langsam, aber stetig steigenden Zuwachs an Kunden, die die Honorarberatung nutzen“, so Friedrich.

Petitionen und Positionspapiere

Seit Mai 2006 ist die Berliner Quirin Bank am Start, die sich selbst als erste Honorarberatungsbank Deutschlands bezeichnet und vehement für die Abschaffung von Provisionen plädiert. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt am 18. Oktober vergangenen Jahres eine Unterschriftenaktion „Abschaffung der Provisionen im Bankensys­tem“ gestartet und mittels Online-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht.

Lesen Sie auf Seite 5, welche Ideen die IHK zum Thema Honorarberatung hat

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2 Kommentare

  1. 1.653 Personen haben die Petition unterzeichnet??? Das ist ja die absolute Lachnummer bei dem Werbeaufwand. Hat nicht Quirin schon etwas mehr Kunden (und Mitabeiter)…

    Kommentar von glorybox — 26. Mai 2010 @ 21:46

  2. Das mag für viele ein Thema der Weltanschauung sein, aber Honorar ist offen und Provision ist verdeckt. Wenn die Provision dem Kunden in voller Höhe angezeigt wird, ist der Effekt der gleiche. Privat ist mir eine Honorarberatung lieber, da ich das Gefühl habe nicht auf ein provisionsreiches Produkt “gesungen” zu werden. Außerdem gibt es Produkte, die keine Provision zahlen. Das kenne ich aus meinem Bereich. Bei staatlichen Zuschüssen für Gewerbeinvestitionen zahlt der Staat auch keine Provision, aber die Einsparung für das Unternehmen ist zwischen 25 und 60 Prozent der Investition. So bleibt nur das Honorar vom Kunden.

    Mit förderlichen Grüßen
    Michael D. G. Wandt

    Kommentar von Subventionslotse — 21. Mai 2010 @ 19:52

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