MLP kann Talfahrt auch 2009 nicht stoppen

Der Wieslocher Finanzvertrieb MLP blickt trotz Aufwärtstrend im vierten Quartal auf ein mageres Geschäftsjahr zurück. Der Gesamterlös fiel 2009 um elf Prozent von 595,2 auf 532,1 Millionen Euro. Auch steigende Erlöse aus dem Jahresendgeschäft konnten die anhaltende Talfahrt nicht stoppen. Für 2010 erwartet das Unternehmen ein angespanntes Marktumfeld und bekräftigt seinen Sparkurs.

TalfahrtIm Gleichschritt mit den Gesamterlösen schrumpfte auch der Konzernüberschuss im vergangenen Jahr um elf Prozent. Unter dem Strich verdiente MLP 27,2 Millionen Euro. Deutlichere Abstriche mussten im operativen Geschäft gemacht werden: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) liegt mit einem Minus von 25 Prozent (42,2 Millionen Euro) weit unter dem Vorjahreswert von 56,2 Millionen Euro.

Swiss-Life-Abwehr kostete drei Millionen Euro

Im Ebit sind laut MLP Sonderausgaben in Höhe von drei Millionen Euro enthalten, die im ersten Halbjahr als Folge der unerwünschten Beteiligung des AWD-Mutterkonzerns Swiss Life einmalig für kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen sind. Zudem seien einmalige Belastungen aus Restrukturierungen von rund zwei Millionen Euro angefallen.

In das Ergebnis eingeflossen sind unter anderem Verluste aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen (drei Millionen Euro), aber auch Erlöse in Höhe von sechs Millionen Euro aus dem Verkauf der MLP-Auslandsdependance Österreich an den Wiesbadener Finanzkonzern Aragon.

Die in den Gesamterlösen enthaltenen Provisionserlöse schrumpften 2009 um acht Prozent auf 472,4 Millionen Euro. Vor allem in den Bereichen Altersvorsorge (minus zehn Prozent) und im Vermögensmanagement (minus 13 Prozent) mussten die Wieslocher Federn lassen. Nur in den Sparten Sach (plus 15 Prozent) und Kranken (plus ein Prozent) konnte MLP zulegen.

Sparkurs zeigt Wirkung, Aufwärtstrend im vierten Quartal

Das verwaltete Vermögen (Assets under Management) des Tochterunternehmens Feri stieg zum 31. Dezember 2009 auf 12,8 Milliarden Euro (31. Dezember 2008: 11,4 Milliarden Euro). Im Geschäftsjahr 2009 konnte MLP 34.500 Neukunden gewinnen. Die Gesamtkundenzahl stieg auf 785.500 (2008: 728.000). Die Beraterzahl schrumpfte leicht von auf 2.413 auf 2.383.

Mit dem bisherigen Verlauf des Sparprogramms zeigte sich MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg zufrieden. So konnten die Fixkosten bereits um insgesamt 28,7 Millionen nach unten geschraubt werden.

Zudem ging es für MLP zum Jahresende 2009 deutlich aufwärts. Der Quartalsüberschuss kletterte in der letzten Berichtsperiode auf Jahressicht um fast 90 Prozent auf 23 Millionen Euro. Allerdings markierte das vierte Quartal 2008 den Höhepunkt der Finanzkrise. So fällt auch der Ausblick zurückhaltend aus: Erst ab 2011 erwartet MLP wieder verbesserte Rahmenbedingungen. Für das Geschäftsjahr 2010 wollen die Wieslocher das laufende Sparprogramm fortsetzen und die Fixkosten um weitere zehn Millionen Euro senken.

Stabile Dividende in Aussicht gestellt

Inzwischen hat sich MLP auch zur Höhe der geplanten Dividende geäußert: „Wir sind wie im Vorjahr in der Lage, 100 Prozent des Gewinns aus dem fortgeführten Geschäft auszuschütten“, erklärte Schroeder-Wildberg. Da MLP im abgelaufenen Jahr ein Ergebnis von 0,25 Euro je Aktie (2008: 0,30 Euro) erzielte, dürfen Aktionäre auf eine Ausschüttung in gleicher Höhe hoffen. Im Vorjahr lag die Dividende bei 0,28 Euro. (hb/ks)

Foto: Shutterstock

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