Anzeige
16. Oktober 2012, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bankberatung: Mangel an individuellen Angeboten

Entscheidend für die richtige Produktempfehlung bei einer Beratung ist die detaillierte Analyse der Ausgangslage des Kunden. Doch gerade in diesem Punkt bestehen bei Banken die größten Defizite, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ). Trotzdem zeigt die Branche demnach eine gute Beratungsleistung.

BankberatungDie Stärken der Banken liegen vor allem in der freundlichen und kompetenten Beratung, so DISQ. In knapp 94 Prozent der Gespräche gingen die Finanzexperten demnach vollständig auf Fragen ein. „Am Ende der Beratungen begrenzten sich die Empfehlungen aber häufig nur auf Standardprodukte, was unter anderem aus einer unzureichenden Analyse der Kundensituation resultierte“, so Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts.

So wurde sich der Studie zufolge bei rund einem Viertel der Bankberatungen nicht an den Wünschen der Kunden orientiert. Selbst bei zentralen und langfristigen Themen, wie der Vorsorge für das Rentenalter oder dem Kauf einer Immobilie, blieben Zukunftspläne oder die individuelle Haushaltssituation in der Bankberatung demnach oft unerwähnt. „Beim Thema Ratenkredit schlug zum Beispiel nur jeder fünfte Kundenberater vor, die Kreditsumme durch das vorhandene Sparvermögen abzusenken“, kritisiert Hamer.

Im Rahmen der Untersuchung wurde die Qualität von Bankberatungen in insgesamt 30 regionalen und überregionalen Filialbanken in zehn großen Städten Deutschlands betrachtet. Testsieger in den unterschiedlichen Metropolen wurden Berliner Bank, Dortmunder Volksbank, Stadtsparkasse Düsseldorf, Geno Bank Essen, Frankfurter Volksbank, Deutsche Bank (in Hamburg, Köln und München), Commerzbank (in Leipzig) und BW-Bank (in Stuttgart). Zusätzlich erzielten die Bankberatungen der Volksbank Stuttgart sowie der Münchener Commerzbank, Hypo Vereinsbank und Münchner Bank besonders gute Ergebnisse.

Das DISQ untersuchte im Auftrag des Nachrichtensenders N-TV die Bankberatung in den jeweils sechs größten Filialbanken in zehn Metropolen Deutschlands. In Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart sind insgesamt 600 Bankberatungen vor Ort vereinbart worden. Die Beratungsqualität wurde von Juli bis September 2012 anhand von verdeckt durchgeführten Bankberatungen zu den Themen Altersvorsorge, Baufinanzierung, Geldanlage, Ratenkredit und Girokonto analysiert. Neben der Freundlichkeit der Mitarbeiter wurden die Beratungsatmosphäre und vor allem die Bedarfsanalyse sowie Lösungskompetenz auf den Prüfstand gestellt. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

2 Kommentare

  1. http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/beraten-und-verkauft-unterschiedliche-interessenlagen-bei-bank-und-anleger-1.13549777

    Die Beratung ist Scheisse und bleibt scheisse!

    Banken sind klaren Interessenkonflikten ausgesetzt, da ihre Einnahmen direkt von den Produkten abhängen, die sie den Kunden empfehlen.
    Der hohe Verkaufsdruck sorgt dafür, dass Anlageberater dem Kunden mit Performanceversprechen margenstarke Hausprodukte verkaufen, obwohl günstigere Produkte mit gleicher Performance verfügbar sind.

    Kommentar von Michi — 16. Oktober 2012 @ 14:14

  2. “Freundlich und kompetent” erscheinen Bankberater und final gibt es “Standardprodukte” und “mangelne Analyse”. Der unabhängige Finanzdienstleister bietet eine ebenso “freundliche und kompetente” Beratung mit dem Unterschied, dass er anschließend nicht auf Standards zurückgreifen muss, sondern vielmehr aus dem Marktangebot frei wählen kann und auch Speziallösungen für die “analysierte” Haushaltssituation vorschlagen kann. Schade, dass dies nicht mehr bei solchen Analysen erwähnt wird.

    Kommentar von André Perko — 16. Oktober 2012 @ 11:55

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Große Koalition schafft Durchbruch bei bAV-Reform

Geringverdiener sollen über eine Stärkung der Betriebsrente besser vor Altersarmut geschützt werden. Dazu solle insbesondere für kleine und mittlere Betriebe die Einrichtung einer betrieblichen Altersversorgung attraktiver werden – durch steuerliche Förderung und Entlastung bei der Haftung. Dies sieht eine Reform der Betriebsrente vor, auf die sich die Koalitionsfraktionen verständigt haben und die noch vor Ende der Legislaturperiode verabschiedet werden soll.

mehr ...

Immobilien

Klimaschutz geht auch günstiger

Klimaschutz ist für Hausbesitzer häufig teuer, denn kostengünstige Maßnahmen werden nicht ausreichend gefördert. Das bemängelt die “Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand”. In einem Forschungsprojekt untersucht sie die Einsparpotenziale verschiedener Technologien.

mehr ...

Investmentfonds

Lyxor bringt ETF gegen Zinsanstieg in den USA

Für Anleger, die kostengünstig im Markt für US-Unternehmensanleihen engagiert sein möchten, gleichzeitig aber einen Zinsanstieg befürchten, hat Lyxor nun den $ Floating Rate Note Ucits ETF  aufgelegt.

mehr ...

Berater

“BU-Beratung durch Makler als bester Weg zur passenden Lösung”

“Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein hoch erklärungsbedürftiges Produkt”, sagt Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherung. Im Interview mit Cash. sprach er über die Bezahlbarkeit von BU-Policen und “best advice” vom Versicherungsmakler.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...