Private Altersvorsorge: Provisionshöhe nicht bekannt

Nur wenige Verbraucher kennen die Kosten ihrer Versicherungsverträge, so das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag der My Life Lebensversicherung. Um größere Transparenz bei der privaten Altersvorsorge herzustellen, sieht demnach die große Mehrheit der Verbraucher den Gesetzgeber in der Pflicht.

Vor allem die Höhe der in den Verträgen zur privaten Altersvorsorge einkalkulierten Provisionen für Versicherungsvermittler sei kaum bekannt. So schätzen 54 Prozent der Befragten, der Umfrage zufolge, die Kosten für einen über 30 Jahre laufenden Vertrag mit einem Monatsbeitrag von 100 Euro als zu niedrig ein.

Nur 16 Prozent der Befragten schätzen die Provision der privaten Altersvorsorge realistisch ein, so die Marktforscher. 88 Prozent der Befragten wünschen sich demnach eine gesetzliche Regelung zur Offenlegung von Kosten für Beratung und Vermittlung bei Versicherungsverträgen.

„Das Ergebnis zeigt, dass die Initiativen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes der EU und vom Verbraucherschutzministerium elementar sind“ sagt Michael Dreibrodt, Vorstandsvorsitzender der Göttinger Lebensversicherung. Die transparente Offenlegung von Beratungs- und auch Produktkosten sei daher dringend nötig. Ein Lösungsansatz könnte laut Dreibrodt die Kombination von Netto-Tarife n und Honorarberatung sein.

Sogenannte Netto-Tarife, also provisionsfreie Versicherungsprodukte, sind der Umfrage zufolge jedoch nur einer Minderheit von zwei Prozent der Verbraucher bekannt. 58 Prozent der Befragten halten das Thema Netto-Tarife demnach allerdings für interessant beziehungsweise sehr interessant. Mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) kennen Netto-Tarife allerdings nicht.

Für die repräsentative Online-Umfrage im Auftrag der My Life Lebensversicherung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact 1.043 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren. (jb)

Foto: Shutterstock

Grafiken: My Life Lebensversicherung

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