7. Januar 2013, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Das Haftungsdach wird in den Fokus rücken”

Cash hat mit Prof. h.c. Dr. Kewan Kadkhodai, Vorstand der Infinus AG Ihr Kompetenz-Partner, über die wichtigsten Themen im Vertrieb in 2013 sowie über die Folgen der anstehenden Regulierungen gesprochen.

Kewan Kadkhodai, Infinus

Kewan Kadkhodai, Infinus

Cash.: Was werden Ihrer Meinung nach in diesem Jahr die bestimmenden Themen im Vertrieb sein?

Kadkhodai: Das Jahr 2013 wird neben der heiß diskutierten Umsetzung der AIFM-Richtlinie von der praktischen Umsetzung der Finanzanlagenvermittlerverordnung (FinVermV) geprägt sein. Nach dem Gewerberecht zugelassene Berater müssen sich nun mit den neuen Beratungs- und Dokumentationspflichten vertraut machen. Das Thema Haftungsdach wird aus praktischer Sicht verstärkt in den Fokus rücken und als Full-Service-Lösung vor dem Hintergrund der neuen Anforderungen noch attraktiver werden.

 

Welche Erwartungen haben Sie an die Geschäftsentwicklung? Welche Produktbereiche werden am besten laufen?

Auf der Produktseite sehen wir Sachwerte aufgrund von Inflation und anhaltender Euro-Krise weiterhin als Dauerthema. Wir werden unsere Geschäftspartner in diesem Umfeld aktiv mit strategischer Weitsicht begleiten und mit exklusiven, innovativen Komplettlösungen und einfachster Administration so unterstützen, dass sie sich vollständig auf ihre Kunden konzentrieren können. Auch bei grünen Anlagen sehen wir ein unverändert großes Potenzial.

Wir sehen die Infinus Gruppe mit einem Rundum-Service für die Geschäftspartner und einem lückenlosen Komplettpaket aus Administration, persönlicher Vertriebsunterstützung und zeitgemäßen Produkten sehr gut aufgestellt. Wichtig ist für uns stets, zukünftige Veränderungen frühzeitig zu antizipieren und zum Wohle unserer Partner umzusetzen.

 

Welchen Rat geben Sie dem Berater für den Kundenkontakt?

Im Vorteil sind diejenigen Berater, die aktiv das Gespräch mit ihren Kunden suchen. Der Beratungsbedarf ist vor dem Hintergrund der Euro- und Verschuldungskrise immens – mit hohen Summen auf Giro- oder Sparkonten, die mangels Alternativen noch nicht angelegt sind.

Anleger fragen in einem Kapitalmarktumfeld niedriger Zinsen und volatiler Aktienmärkte zu Recht nach inflationsgeschützten Alternativen mit attraktiven Renditen. Unsere Geschäftspartner verfügen über erstklassige exklusive Lösungen und mit der Infinus Gruppe über einen starken Partner, der ihnen eine hohe Sicherheit im Auftritt gegenüber dem Kunden gibt und hohe Wiederanlagequoten sichert.

 

Welche Folgen auf den Beratermarkt wird die Einführung des Paragrafen 34f GewO haben?

Wir erwarten eine weitere Marktbereinigung. Übrig bleiben qualifizierte, gut ausgebildete Berater mit einer klaren strategischen Vorstellung, wie und mit welchen Produkten und Konzepten sie am Markt auftreten.

Nur wer über eine eindeutige Strategie und Vision an der Seite eines starken Partners hat, wird in Zukunft als unabhängiger Finanzberater nachhaltig erfolgreich sein und seine Arbeit mit einer hohen persönlichen Zufriedenheit ausfüllen können. Hierzu gehört die Bereitschaft zu kontinuierlicher Aus- und Weiterbildung über eine hochkarätige Bildungseinrichtung.

 

Das Bundeskabinett hat im Dezember den Gesetzentwurf zur Honorar-Anlageberatung beschlossen. Welche Folgen erwarten Sie für den Markt, wenn der Entwurf so umgesetzt werden sollte?

Wir sind der Ansicht, dass es einem qualifizierten Berater überlassen werden sollte, welches Vergütungsmodell er bei welchen Kunden einsetzt. Die Entscheidung für oder gegen eine Honorarberatung ist sehr komplex und individuell, sodass eine gesetzliche Regelung hier nur unterstützend wirken kann. Unseren Geschäftspartnern stehen hier alle Möglichkeiten offen, da es weder bei den Beratungsprozessen noch bei den Produkten irgendwelche Einschränkungen gibt.

 

Interview: Julia Böhne

Foto: Guido Schiefer

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...