Vermittlermarkt stärker im Umbruch als erwartet

Der Markt für freie und unabhängige Finanzberater hat sich aufgrund der erheblichen regulatorischen Anforderungen, die durch MiFID I und II hervorgerufen werden, erheblich verändert und wird auch weiterhin eine tiefgreifende Veränderung erfahren. Dies belegt eine Studie von creative analytic 3000 und Klimek Advisors.

Michael Klimek: „Markt steht vor einem Nachwuchsproblem.“

Im ersten Schritt wurden 100 unabhängige Finanzberater nach dem Zufallsprinzip befragt. Im zweiten Schritt erfolgte eine Umfrage unter 18 Asset-Management-Gesellschaften in Deutschland. Damit spiegelt die Studie ein relevantes und aussagekräftiges Stimmungsbild wider.

Nachwuchssorgen wachsen

52 Prozent der Befragten sind zwischen 50 und 69 Jahre alt, und 84 Prozent sind entweder alleine im Vertrieb oder haben maximal zehn weitere Mitarbeiter. „Dies ist ein Zeichen, dass der Markt vor einem Nachwuchsproblem steht und auch in den nächsten Jahren der Kleinstbetrieb mit einem betreuten Vermögen zwischen 500.000 Euro und zehn Millionen Euro den Markt dominieren wird“, sagt Michael Klimek, geschäftsführender Gesellschafter der Klimek Advisors.

Nicht nur die regulatorischen Anforderungen, wie beispielsweise der Kompetenznachweis gemäß Paragraf 34f GewO, haben bereits zu erheblichen Veränderungen im Markt geführt. Auch die Tatsache, dass viele Finanzberater bereits in das Ruhestandsalter gekommen sind und den Markt in absehbarer Zeit verlassen werden, stellt diese vor erhebliche Herausforderungen.

Vermögensverwaltende Anlagestrategien im Fokus

„Etliche unabhängige Vermögens- und Finanzberater müssen sich in den nächsten Jahren intensiv mit dem Nachfolgethema beschäftigen“, so Klimek weiter. Die wichtigsten Themen für die freien Finanzberater auf der Produktseite sind vermögensverwaltende Anlagestrategien, wie zum Beispiel vermögensverwaltende Depots bzw. Fonds, Dachfonds und Absolute-Return-Produkte.

„Im Hinblick auf mögliche regulatorische Implikationen ist das Thema Haftung mittlerweile bei 68 Prozent der Befragten ganz oben auf der Agenda. 25 Prozent planen konkret, einem Haftungsdach beizutreten. Überraschend viele Berater setzen sich zudem mit einer möglichen Umstellung ihres Geschäftsmodells auf Honorarberatung und einer Anpassung ihrer Gebührenmodelle auseinander (19 Prozent)“, erläutert Clemens Sommer, geschäftsführender Gesellschafter von creative Analytic 3000.

Thema Honorarberatung bewegt Finanzberater

Bei den Asset-Management-Gesellschaften herrscht ebenfalls Einigkeit darüber, dass die Themen Haftung, Produkte, Dokumentationspflichten, Altersvorsorge und Honorarberatung im freien und unabhängigen Finanzberatermarkt eine hohe Relevanz haben; allerdings scheint das Thema Honorarberatung für die Finanzberater (72 Prozent) bedeutsamer zu sein als für die Asset Manager (39 Prozent).

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