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5. Mai 2017, 11:10
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Anleihen und das Risiko steigender Zinsen

Wer mit festverzinslichen Anleihen Geld verdienen möchte, hat es zurzeit nicht einfach. Aktuell liegen die Renditen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als noch vor einigen Jahren. Sollte man auf Anleihen verzichten oder derzeit gehaltene Anleihen abstoßen? Welche Einflussfaktoren spielen eine Rolle?

Money-Depletion in Anleihen und das Risiko steigender Zinsen

Bild: Aufgrund steigender Zinsen und erhöhter Inflation haben Anleger Angst, die in Anleihen angelegte Asche komme abhanden. Bildquelle: pathdoc – 547096873 / Shutterstock.com


Was sind Anleihen?

Anleihen sind in der Regel festverzinsliche Wertpapiere, die ebenfalls an der Börse gehandelt werden. Dabei bezeichnen Rentenpapiere, Obligationen, Schuldverschreibungen oder Bonds die gleichen Finanzprodukte. Anleihen werden von Staaten oder Unternehmen ausgegeben und versprechen als Gegenleistung nicht nur die Rückzahlung des Nennwertes, sondern zusätzlich auch Zinszahlungen.

  • Anleihen werden von Staaten (Staatsanleihen) und Unternehmen (Unternehmensanleihen) ausgegeben.
  • Das Kapital erhält der Anleger nach dem Ende der Laufzeit zurück.
  • Der Anleger erhält regelmäßige (meist alle 12 oder 6 Monate), dem Risiko angemessene Zinszahlungen (auch als Kupon bezeichnet).

Die Anleihen, die an der Börse gehandelt werden, unterliegen dabei Kursschwankungen. Die Schwankungen sind geprägt von den erwarteten Zinsentwicklungen auf dem Kapitalmarkt. Der Kurswert wird dabei nicht in Euro oder Dollar notiert, sondern in Prozent des Nominalwertes angegeben. Zu diesem Kurswert ist ein Handel an der Börse möglich, bevor die Laufzeit beendet ist.


Wodurch entstehen die Kursschwankungen bei Anleihen?

Bei der Ausgabe der Anleihe wird diese zu 100 % des Nominalwertes an einen Investor verkauft. Zum Ende der Laufzeit werden ebenfalls 100 % an den Besitzer der Anleihe zurückgezahlt. Während der Laufzeit aber steigt und fällt der Kurs. Genau wie bei Aktien wird der Marktpreis einer Anleihe täglich neu ermittelt.

Dabei sind die Faktoren Marktzins und die wirtschaftliche Entwicklung des Anleiheemittenten von entscheidender Bedeutung. Eine verbesserte Bonität des Staates oder Unternehmens führt zu einer Kurserhöhung, da die Zinsen gleichbleiben (bei festverzinslichen Anleihen), obwohl das Risiko sinkt.

Steigt nun jedoch der Zins auf dem Geldmarkt, sinkt der Kurs einer Anleihe. Andernfalls würden neue Anleihen der gleichen Art höhere Nominalzinsen aufweisen und wären damit ungleich attraktiver. Wenn der Marktzins sinkt, verhält es sich umgekehrt und die Kurse steigen.

Wird viel Geld von den Notenbanken in Umlauf gebracht, bedeutet dies niedrige Zinsen – wie es auch aktuell der Fall ist. Die EZB hält weiterhin fest an ihrer Niedrigzinspolitik. Nun gilt für Anleihen grundsätzlich, dass ein Einstieg in langfristige Rentenpapiere lohnend ist, wenn die Zinsen von einem hohen Niveau aus sinken. Umgekehrt betrachtet wäre es also sinnvoll, von Anleihen Abstand zu nehmen, da die EZB weiterhin selbst Anleihenkäufe tätigt und den Leitzins bei null Prozent hält.


Was spricht dennoch für Anleihen?

Anleihen, vor allem in der Form von Staatsanleihen, bieten ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Zum einen ist der Zins für die gesamte Laufzeit festgeschrieben, zum anderen ist das Risiko des Kreditausfalls deutlich geringer als bei Unternehmensanleihen. Dass Staaten zahlungsunfähig werden, kann zwar passieren, dennoch ist das Risiko eher gering.

Der Finanzierungsexperte Roland Engbers von www.kredite-ohne-schufa.info  erläutert zusätzliche Gründe, warum sich Anleihen weiterhin lohnen: „Auch bei der derzeitigen Lage sind Anleihen eine stabile Investitionsform. Sie bieten regelmäßige Erträge in Form der Zinszahlungen, auch wenn diese geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Eine stabile Rendite ist bei gleichzeitiger Sicherheit vor einem Zahlungsausfall sehr wichtig.

Steigen die Zinsen nun an, wie wir es zum Beispiel in den USA nach der Erhöhung des Leitzinses beobachten, wirkt sich das auch nicht stark auf die langfristigen Anleihen der Anleger aus. Die Kursverluste, die dadurch entstehen, werden durch höhere Zinserträge ausgeglichen. Hier zeigt sich erneut, dass eine breite Streuung des Portfolios von Vorteil ist, weil regionale Entwicklungen weniger stark ins Gewicht fallen.“

 

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