29. März 2017, 10:52
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Außergewöhnliche Belastungen: Mehr Geld vom Finanzamt

Steuerzahler können sogenannte “außergewöhnliche Belastungen” weitergehender als bisher steuerlich geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem heute veröffentlichten Urteil.

Außergewöhnliche Belastungen

Steuerpflichtige können nun früher und in größerem Umfang steuerlich entlastet werden.

Die Zumutbarkeitsgrenze bei der Ermittlung von “außergewöhnlichen Belastungen” erfolgt in drei Stufen, nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte. Stufe eins geht bis 15.340 Euro, Stufe zwei bis 51.130 Euro und Stufe drei über 51.130 Euro.

Weitreichendes Urteil

Nach dem Urteil des BFH vom 19. Januar 2017 (Az.: VI R 75/14) werde jetzt nur noch der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der den im Gesetz genannten Stufengrenzbetrag übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet. Danach umfasse der Prozentsatz für Stufe drei nur den 51.130 Euro übersteigenden Teilbetrag der Einkünfte.

Laut BFH beträfe das Urteil zwar nur die Geltendmachung außergewöhnlicher Belastungen nach Paragraf 33 Einkommensteuergesetz (EStG), sei aber nicht nur auf beispielsweise Krankheitskosten – wie im verhandelten Streitfall – beschränkt.

Steuerpflichtige könnten demnach nun in der Regel früher und in größerem Umfang durch ihnen entstandene außergewöhnliche Belastungen steuerlich entlastet werden. (nl)

Foto: Shutterstock


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1 Kommentar

  1. Wer will als gemeiner Steuerzahler das deutsche Steuergesetz noch verstehen? Nicht umsonst gibt es in unserer Republik den Beruf des Steuerberaters mit zunehmender Tendenz. Denn wer ist schon heutzutage in der Lage, wie in diesem Fall geschildert, seine Steuererklärung allein zu machen? Gleichzeitig ist die Steuergesetzgebung von permanenten Veränderungen betroffen.

    Kommentar von Eugen Klaholz — 10. April 2017 @ 08:54

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