11. Dezember 2017, 10:58
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MiFID II: Droht doch ein Provisionsverbot durch die Hintertür?

Eigentlich schien das Thema “Provisionsverbot” in Zusammenhang mit der MiFID II erledigt zu sein. Doch für den freien Vertrieb ist die Sache offenbar keineswegs gegessen. Der Löwer-Kommentar

 in MiFID II: Droht doch ein Provisionsverbot durch die Hintertür?

“Sollte die neue WpHG-Regelung in die FinAnV übernommen werden, könnten die Folgen für den freien Vertrieb in der Tat gravierend sein.”

Wie immer um diese Jahreszeit berichtet Cash. auch in der Ausgabe 1/2018 (ab Donnerstag im Handel) über die Trends für das nächste Jahr. Ein Stichwort zieht sich durch eine Vielzahl von Statements der Akteure, nicht nur im Ressort Sachwertanlagen: Die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II, die Anfang 2018 in Kraft tritt.

Sie wurde bislang – in erster Linie durch eine Neufassung des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) – nur für Banken und Finanzdienstleistungsinstitute umgesetzt. Die notwendigen neuen Vorschriften für den freien Vertrieb (nach Paragraf 34f Gewerbeordnung) stehen weiterhin aus.

“Der Gesetzgeber ist weit hinter seinem Zeitplan. Dies darf nicht auf dem Rücken des 34f-Vertriebes ausgetragen werden”, kritisiert etwa André Wreth, Geschäftsführer von Solvium Capital, im Cash.-Heft. “Zudem bedarf es gesetzlicher Klarheit zum Thema ‚Provisionsverbot durch die Hintertür’ bei der MiFID II”, so Wreth weiter.

AfW-Chef Wirth: Provisionsverbot als „Kernthema“

Auch Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des Vertriebsverbands AfW, nennt in seinem Statement für Cash. “die  Verhinderung eines Provisionsverbots durch die Hintertür im Finanzanlagenbereich” als eines von nur zwei “Kernthemen” für 2018.

Nanu? Hatte sich diese Sache nicht erledigt? Schließlich sind Provisionen, die im Behörden-Sprech zu den “Zuwendungen” zählen, nach langer Diskussion auch unter MiFID II weiterhin grundsätzlich erlaubt.

Nach der EU-Vorschrift, die in das neue WpHG übernommen wurde, müssen zwar jegliche Zuwendungen dazu bestimmt sein, die Qualität der jeweiligen Dienstleistung für den Kunden zu verbessern. Banken können diesen Verwendungszweck aber schon durch ein Filialnetz oder eine breite Produktpalette nachweisen, was nicht unbedingt als unüberwindliches Hindernis angesehen wird.

Seite 2: BaFin: Keine Gewinne mit Provisionen

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1 Kommentar

  1. Eindeutigkeit ist nun sehr bald erforderlich. Ansonsten geht jegliche Planungssicherheit und auch das Vertrauen der Kunden und Mandanten verloren. Experten aus der Beatung im freien Vertrieb wandern ab in andere Tätigkeitsfelder. Damit erreicht die Politik dann das genaue Gegenteil, nämlich keinen Verbraucherschutz mittels bester Beratung, schließlich werden die Besten schon in ganz anderen Berufsfeldern als der freien Beratung sein.

    Kommentar von Adelheid Hecker — 15. Februar 2018 @ 15:54

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