Audit only firms – Lösung oder Irrweg?

2. Schließlich stellt sich die Frage, ob ein Audit-only-Modell überhaupt ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept darstellt. Dies ist weitgehend zu verneinen.

Zum einen kann angenommen werden, dass derart in ihrer Tätigkeit eingeengte Firmen deutlich an Attraktivität für den Berufsnachwuchs verlieren.

Der weiterhin notwendige multidisziplinäre Prüfungsansatz würde in Frage gestellt sein und die Prüfungsqualität sinken. Auch würden sich bei einem solchen Unternehmen Kapazitätsauslastungsprobleme abzeichnen, sodass ohne deutliche Erhöhung der Prüfungskosten die Prüfungsunternehmen wirtschaftlich nicht überlebensfähig wären.

Höhere Konzentration im Prüfermarkt

Zusammenfassend würden beide Aspekte wahrscheinlich zu einer deutlich höheren Konzentration im Prüfermarkt führen, als dies bisher schon der Fall ist. Das kann letztlich keiner wollen.

Fraglich ist, ob der Berufstand im Sinne einer progressiven Debatte mit einem Vorschlag zur Trennung von Prüfung und Beratung im identischen PIE-Mandat an die breite Öffentlichkeit treten sollte.

Hierfür sprechen einige Gründe, insbesondere hat die Vergangenheit gezeigt, dass eine ausschließlich reaktionäre Verteidigung der Berufsposition nicht erfolgreich war.

Professor Dr. W. Edelfried Schneider ist Geschäftsführer des Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaternetzwerks HLB Deutschland und Präsident des europäischen Wirtschaftsprüferverbands Accountancy Europe.

Fotos: HLB Dr. Dienst & Partner/Dietmar Guth, Shutterstock

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