Rassismus-Debatte: „Vielen Spitzenmanagern fehlt es an Courage“

Der frühere Ergo-Vorstand Harald Christ hat das große Schweigen der deutschen Unternehmenschefs zu Themen wie Rassismus und Nationalismus kritisiert. „Vielen Spitzenmanagern fehlt es an Courage“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Das sei ein Fehler.

Harald Christ war für rund zwei Jahre Vorstand bei der Ergo.

Christ, der jetzt die SPD in Wirtschaftsfragen berät, erwartet mehr Engagement von den Bossen: „Wir alle, auch die Unternehmen leben von der Sicherheit einer stabilen Demokratie und tragen dafür Verantwortung.“ Die Angst, Käufer oder im Zweifelsfall Mitarbeiter zu verlieren, dürfe dabei keine Rolle spielen.

Als vorbildlich gilt das Vorgehen von Siemens-Chef Joe Kaeser. Er hatte im Sommer via Twitter auf eine fremdenfeindliche Äußerung der AfD-Fraktionsvorsitzendem in Bundestag, Alice Weidel, reagiert, die sich über „Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“ geäußert hatte.

Eine Frage „von Anstand und Moral“

Kaeser schrieb: „Lieber Kopftuchmädel als Bund Deutscher Mädel.“ Weidel schade mit ihrem Nationalismus dem Ansehen Deutschlands in der Welt, „da, wo die Hauptquelle des deutschen Wohlstands liegt“. Sich dazu zu äußern, sei auch für Firmenchefs eine Frage „von Anstand und Moral“. Mitstreiter bei seinen Dax-Kollegen fand Kaeser laut „SZ“ allerdings nicht. (kb)

Foto: Christian Daitche

 

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