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28. Mai 2018, 13:28
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“Verrat der Versicherer an den eigenen Vermittlern”

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Berlin begrüßt, dass im Zuge der IDD-Umsetzung viele seiner Forderungen vom Gesetzgeber aufgegriffen worden seien. Bei seinem Einsatz für die Rechte des Vertriebs sieht sich der Verband aber mittlerweile allein auf weiter Flur.

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Michael H. Heinz: “Die neuen gesetzlichen Pflichten binden schon erheblich unsere unternehmerischen Kapazitäten und der bürokratische Aufwand wächst von Jahr zu Jahr.”

“Wir wissen gar nicht, wer noch auf unserer Seite steht”, bemängelte BVK-Präsident Michael H. Heinz. Die Politik lasse sich quer durch alle Parteien nur noch begrenzt für die Belange des Vertriebs begeistern. In keiner Partei finde man noch uneingeschränktes Gehör. Es gebe immer mehr Regulierung, Verbote und Restriktionen. “Es geht immer nur in eine Richtung, auf Kosten des Vertriebs”, so Heinz.

Mit Blick auf die noch zu beschließende Versicherungsvermittlungsverordnung forderte Heinz vom Gesetzgeber, mit Augenmaß vorzugehen. “Die neuen gesetzlichen Pflichten binden schon erheblich unsere unternehmerischen Kapazitäten und der bürokratische Aufwand wächst von Jahr zu Jahr. Auch die Evaluierung des LVRG sollte nicht noch zu größerer Belastung unseres Berufsstandes führen, da wir bereits in den letzten Jahren deutliche Einschnitte in der Vergütung erfahren haben.”

Alleingelassen fühlt sich der BVK auch vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – das gilt speziell in der Causa “Check24”. In einem Gerichtsverfahren hatte der BVK durchgesetzt, dass das Internet-Portal die Erstinformation der Verbraucher verbessern muss. Das Unternehmen muss nun die Kunden früher als bisher informieren, dass es für die Vermittlung von Versicherungspolicen ebenso wie ein traditioneller Makler Provisionen erhält.

Um Ausgleich bemüht

Check24 habe mittlerweile eine Geldstrafe zahlen müssen, weil das Online-Portal das Urteil des Oberlandesgerichts München nicht entsprechend umgesetzt habe, erklärte Heinz. Die Missachtung des Gerichtsurteils sei “unverschämt” und eine “Frechheit”, echauffierte er sich. Check24 habe den Verbraucherschutz “mit Füßen getreten”.

Doch bei seinem Einsatz für gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen stationärem und Onlinevertrieb und gegen ein “zweigeteiltes Verbraucherschutzrecht” sieht sich der BVK vom GDV nicht wohlwollend begleitet. Der Grund ist laut Heinz simpel: Die Versicherer witterten online das große Geschäft. Vor lauter “Umsatzgier” schreckten sie nicht vor dem “Verrat an den eigenen Vermittlern” zurück.

GDV-Präsident Wolfgang Weiler war in seinem persönlichen Grußwort um Ausgleich bemüht: Man müsse sich gemeinsam dafür einsetzen, das Bild der Branche in der Öffentlichkeit zu verbessern. GDV und BVK hätten zwar unterschiedliche Interessen, doch von außen nehme man Versicherer und Vertrieb als “eine Branche” wahr. (kb)

Foto: BVK

 

 

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2 Kommentare

  1. Herr Heinz sollte nicht so verwundert tun oder gar den Gekränkten geben.
    Er und seine Vorstandstandkollegen im BVK haben es als “Verbands-“Organe jahrzehntelang versäumt, sich gegenüber den Versicherungskonzernen in eine starke Position zu bringen.
    Der BVK hat die Ruf-ruinierende Vertriebspolitik der Branche in der Vergangenheit nicht massiv kritisiert, weil er sonst erst mal in den Reihen der eigenen Mitglieder hätten aufräumen müssen.
    Vielen hervorragenden Vermittlungsbetrieben hätte es in den vergangen Jahren geholfen, wenn Vermittlerverbände zusammen mit qualifizierten Vermittlerbetrieben einen Aufstand gegen die Skandale der Branche geführt hätten, anstatt dieses Feld dem “Verbraucherschutz” zu überlassen, der daraus besten Nektar gesaugt hat und sich dabei sogar staatliche Unterstützung gesichert hat.
    Wenn der GDV sich weiter so verhält, wie er es immer getan hat – und zwar zum Wohle der Versicherungsunternehmen – und sich der BVK nun darüber wundert, zeigt das doch nur, dass der BVK den Kern des Problems bislang nicht erkannt hat.

    Kommentar von Gabriele Fenner — 29. Mai 2018 @ 15:30

  2. Die Versicherungsbranche hat leider keinen guten Ruf, nach all den kleinen und großen Skandalen ist das zum großen Teil selbst verschuldet. Und da will sich lieber keine Partei auf unsere Seite schlagen.

    Kommentar von Jan Lanc, Neu-Isenburg — 29. Mai 2018 @ 09:22

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