9. Juli 2019, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Betrugsmasche „Finanzagenten“ immer raffinierter

Die Methoden der Internetbetrüger werden immer ausgefeilter. Neuerdings locken sie mit scheinbaren Arbeitsverträgen als Trader für Kryptowährungen. Welche Schutzmaßnahmen Kontoinhaber und Kreditinstitute ergreifen sollten. Ein Gastbeitrag von Dr. Stephan Schulz ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner der Kanzlei BKL Fischer Kühne + Partner.Shutterstock 1380548855-2 in Betrugsmasche „Finanzagenten“ immer raffinierter

Seit Jahren werben Betrüger zumeist über Online-Anzeigen so genannte „Finanzagenten“ an. Das Ziel: Gutgläubige Kontoinhaber sollen Zahlungen über ihr Bankkonto gegen eine Provision an unbekannte Dritte weiterleiten. Diese Methode dient der Geldwäsche von Beträgen aus Phishing-Betrügereien oder illegalen Geschäften.

Wie die Masche der Finanzagenten funktioniert

Nach Erkenntnissen der Kanzlei BKL wird die Betrugsmasche „Finanzagenten“ immer raffinierter. Sie entwickelt sich weg von der reinen Bereitstellung eines Kontos hin zu einem verlockenden Jobangebot.

Ein beliebter Köder ist das Thema Kryptowährung. Auf diese Weise geben sich die Betrüger einen modernen Anstrich und verschleiern, dass es ihnen eigentlich nur um die Kontonutzung zur Geldwäsche geht.

Die Kanzlei BKL warnt vor einer besonders trickreichen Masche: Betrüger tarnen sich als Unternehmen im Börsenhandel und schließen mit Finanzagenten scheinbar echte Arbeitsverträge. Man gaukelt den „Angestellten“ vor, sie wären für Transaktionen mit Bitcoins und Co. zuständig.

Offizieller Anschein soll Sicherheit vermitteln

Nach einer gewissen Einarbeitungszeit sollen sie Trader werden. Kandidaten träumen davon, schnell am Handel mit Kryptowährungen teilzunehmen und hohe Verdienstmöglichkeiten zu haben. Damit nicht genug: Betrüger täuschen vermehrt einen Videoanruf zur Identitätsprüfung für den Arbeitsvertrag vor.

Dabei wird heimlich per „Video-Ident-Verfahren“ ein Konto für den Bewerber eingerichtet. Über das Konto können die Täter dann sogar ohne Wissen des Finanzagenten Gelder schleusen.

Wer Zahlungen mit fraglicher Herkunft über das eigene Konto abwickelt, macht sich womöglich gleich mehrfach strafbar. Es drohen Strafverfahren wegen Geldwäsche, Betrug oder Hehlerei. Gerade bei gut dotierten Arbeitsverträgen ist Vorsicht geboten.

Enge Beziehung ist Voraussetzung

Je enger die Geschäftsbeziehung zwischen Internet-Betrügern und Finanzagenten ist, desto eher werden Richter ein fahrlässiges Handeln anzweifeln. Finanzagenten sehen sich dann dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Herkunft des Geldes offensichtlich rechtswidrig war und sie sich persönlich bereichern wollten.

Für geschädigte Kontoinhaber sind unberechtigte Abbuchungen ein Schock. Doch sie können oft schnell aufatmen: Wenn es sich um eine unautorisierte Verfügungen handelt, haben sie gegenüber dem Kreditinstitut einen Anspruch auf Wiedergutschrift.

 

Seite 2: Wie Sie sich und Andere schützen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...