Bundesbank und Bafin testen Widerstandsfähigkeit deutscher Banken

Die Bundesbank und die Bankenaufsicht Bafin nehmen wegen des andauernden Zinstiefs erneut die Widerstandsfähigkeit deutscher Banken und Sparkassen unter die Lupe. Veröffentlicht werden sollen die aktuellen Ergebnisse im Herbst 2019.

In einer Umfrage müssen die Banken beantworten, wie ihre Pläne und Prognosen auf fünf Zinsszenarien für den Zeitraum 2019 bis 2023 reagieren würden.

Von der am Montag angelaufenen vierten Niedrigzinsumfrage inklusive Stresstest versprechen sich die Aufseher Erkenntnisse darüber, welche Folgen die Minizinsen für die Geschäftsergebnisse von etwa 1.400 kleineren und mittleren Kreditinstituten in Deutschland haben, die unter unmittelbarer nationaler Aufsicht stehen. Parallel wird ein Stresstest bei allen deutschen Bausparkassen durchgeführt.

Die vorherigen Niedrigzinsumfragen aus den Jahren 2013, 2015 und 2017 hätten gezeigt, „dass langanhaltende Phasen niedriger Zinsen, starke wirtschaftliche Abschwünge oder eine abrupte Zinswende diese Kreditinstitute nachhaltig herausfordern“, teilten die Deutsche Bundesbank und die Bafin am Montag mit. „Regelmäßige Prüfungen sind deshalb nach Einschätzung von Bafin und Bundesbank auch weiterhin unerlässlich.“

Ertragslage wird simuliert

Der Test besteht dieses Mal aus zwei Bausteinen: In einer Umfrage müssen die Institute beantworten, wie ihre Pläne und Prognosen auf fünf Zinsszenarien für den Zeitraum 2019 bis 2023 reagieren würden. Im eigentlichen Stresstest simulieren die Institute ihre Ertragslage für die Jahre 2019 bis 2021 jeweils in einem Basis- und einem Stressszenario mit massiver Wirtschaftseintrübung.

Ausgewählte Institute müssen zudem Informationen zu Risiken aus Immobilienfinanzierungen und zur Entwicklung der Standards für die Kreditvergabe an Unternehmen liefern. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

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