26. Juni 2019, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Libra: Vielversprechend, aber vieles ungeklärt

Mit der Kryptowährung Libra könnte der US-Medienkonzern Facebook nach Ansicht des LBBW Research eine globale Blockchainwährung auf den Markt bringen, die langfristig zu einem globalen Zahlungsstandard führen könnte. „Es ist gut möglich, dass bereits im kommenden Jahr die ersten privaten Micropayments in Libra abgewickelt werden“, urteilt Blockchain-Analyst Guido Zimmermann. Zugleich warnt er aber vor übertriebenen Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch der Digitalwährung. Ein Kommentar von Guido Zimmermann, Blockchain-Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Facebook-Fans-Versicherungen in Libra: Vielversprechend, aber vieles ungeklärt

Angesichts von weltweit rund 2 Milliarden Facebook-Nutzern und 1,4 Milliarden WhatsApp-Konten habe das Projekt von 28 großen Tech- und Zahlungsdienstleistungsfirmen unter der Federführung des Medienkonzerns zwar ein großes Potenzial, stellt der Analyst in einer aktuellen Studie fest.

“Probleme müssen noch gelöst werden”

Es dürfe aber „nicht übersehen werden, dass für einen erfolgreichen Start noch viele absehbare und überraschend auftauchende Probleme gelöst werden müssen.“ Gegen einen raschen Aufstieg der geplanten Kryptowährung zur Weltwährung sprechen Zimmermann zufolge insbesondere die regulatorischen Anforderungen, die Banken und Bankdienstleister bereits heute im Devisenhandel und Zahlungsverkehr erfüllen müssen.

„Facebook dürfte Mühe haben, die Behörden davon zu überzeugen, nicht den Vorschriften des Steuerrechts, der Geldwäsche, der Bankenregulierung oder der Einlagensicherung zu unterliegen“, sagt Zimmermann voraus. Hinzu käme möglicherweise die Wertpapierregulierung, sollte es sich nach Überzeugung der Finanzaufsicht bei Libra gar nicht um eine Währung, sondern um ein Wertpapier handeln.

Libra ist als Stable Coin geplant – Keine Spekulationsblase

Libra ist im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether als sogenannte Stable Coin geplant. Ein Reservepool an Aktiva wie Bankeneinlagen, oder kurzfristigen Staatsanleihen soll den Wert der neuen Währung zu 100 Prozent decken.

Eine Inflation schließt ein solches System aus und auch Spekulationsblasen, wie sie den Wert des Bitcoins in die Höhe trieben, sind nicht möglich, urteilt Zimmermann. Das System entspricht damit in etwa dem geldpolitischen Konzept der sogenannten Real Bills-Doktrin, die die theoretische Grundausrichtung der US-Notenbank Federal Reserve 1913 war. Demnach war jeder US-Dollar durch Gold gedeckt.

Konkurrenz steht zu erwarten

Die technischen Herausforderungen, vor denen das Projekt steht, sind in Bezug auf Skalierung und Cybersicherheit immens, urteilt Zimmermann: Die Libra Blockchain sei im engeren Sinne keine öffentliche Blockchain, wie z. B. bei Bitcoin.

Es handelt sich zunächst um ein geschlossenes Netzwerk der beteiligten IT- und Zahlungsdienstleistungsfirmen, die die Organisation der Libra Reserve und der „Blockchain“ bzw. der dezentral verteilten Datenbank übernehmen. Erst langfristig soll die Libra Blockchain zu einer öffentlichen Blockchain auf globalem Niveau wachsen.

Nicht nur im Erfolgsfall sorgt die Kryptowährung dabei selbst für Konkurrenz: „Wie immer der Versuch von Facebook ausgeht, eine globale Kryptowährung aufzusetzen. Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Jahren andere Anbieter vergleichbare Versuche starten dürften. Banken und vor allem nicht vertrauenswürdige Zentralbanken wie die von Venezuela oder Zimbabwe bekommen dann neue Konkurrenz“, sagt Zimmermann voraus.

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Wer die Nase im Rennen um die beste Kfz-Versicherung vorne hat

Wer in Deutschland ein Auto fahren will, der muss es auch versichern. Welche Anbieter von Kfz-Versicherungen ihre Kunden besonders zufrieden stellen, hat das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) herausgefunden.

mehr ...

Immobilien

London: Wo Millennials, X-Generation und Babyboomer Wohnimmobilien kaufen

Laut der neuesten Analysen der „Wealth Report Insight Series“ des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank gaben Millennials 2018 insgesamt 3,89 Mrd. Euro (3,47 Mrd. GBP) für den Erwerb von Wohnimmobilien in exklusiven Lagen in Central London aus.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Zurich übernimmt Berliner Insurtech dentolo

Mit dem Erwerb des Berliner Insurtech dentolo stärkt die Zurich Gruppe Deutschland ihren Direktversicherer DA Direkt bei der  strategischen Weiterentwicklung mit dem vorgesehenen Einstieg in das Geschäft mit Zahnzusatzversicherungen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Savills IM erwirbt deutsches Logistikportfolio

Savills IM erwirbt drei Umschlaghallen in Deutschland mit insgesamt run 15.400 qm Mietfläche. Derzeitig ist das Objekt noch vollständige und langfristig an die Deutsche Post Immobilien GmbH vermietet.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...