„Politisches Placebo“: BdV knüpft sich den Deckel vor

Der Bund der Versicherten (BdV) lehnt den vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagenen Provisionsdeckel als zu hoch ab. Nach Ansicht des BdV führt der Gesetzentwurf sogar zu noch höheren Provisionen und Abschlusskosten, als sie nach bisheriger Rechtslage erlaubt wären.

Axel Kleinlein, Sprecher des BdV-Vorstands

Die Verbraucherschützer fordern die Beschränkung der Abschlusskosten auf 1,5 Prozent der Beitragssumme und der Verwaltungskosten auf fünf Prozent des Beitrags.

„Der vom Ministerium vorgeschlagene Provisionsdeckel wirkt so, als würde man auf der Autobahn ein Tempolimit von 250 Stundenkilometern einführen und zusätzlich 400 Stundenkilometer für all diejenigen erlauben, die von sich behaupten, gut zu fahren. Ein solches Tempolimit führt nicht zu Fahrsicherheit und Umweltschutz, sondern erlaubt weiterhin exzessive Raserei. Genauso ermöglicht der vorgeschlagene Provisionsdeckel auch weiterhin Exzesse im Vertrieb der kapitalbildenden Lebensversicherungen„, sagte Axel Kleinlein, Sprecher des BdV-Vorstands.

„Kaufmännisch nicht redlich“

Die tatsächlich gezahlten Provisionen und Abschlusskosten müssten auch vollständig kalkulatorisch abgebildet werden, fordert der BdV. „Die bisherige Praxis ist kaufmännisch nicht redlich und muss geändert werden“, so Kleinlein. Der Vorschlag im Gesetzentwurf führe jedoch dazu, dass im Vergleich zu 1998 die Abschlusskosten und Provisionen für die gleiche garantierte Leistung um das Vierfache ansteigen können. „Das ist unterm Strich kein Provisionsdeckel, sondern ein politisches Placebo“, kritisiert Kleinlein.

In dem jetzigen Gesetzentwurf fehlten wirkungsvolle Schritte zur Beschränkung der Kosten. Laut BdV sollten neben den Abschlusskosten auch die Verwaltungskosten gedeckelt werden, denn sonst deklarierten die Versicherer nur die Provisionen um und umgingen einen Provisionsdeckel. (kb)

Foto: BdV

 

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