25. Oktober 2019, 16:24
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Raus aus der Ohnmacht

Die Zahl der Menschen mit Burn-out steigt stetig. Gerade in der Finanzbranche sind viele Arbeitnehmer betroffen. Doch es gibt Wege, mit einem Burn-out umzugehen. Welche das sein können, erklärt Mareike Fell, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Trainerin und Beraterin, im zweiten Teil der dreiteiligen Serie auf Cash.Online

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Mareike Fell

Es ist wichtig zu verstehen, dass Burn-out – ausgelöst durch dauerhaftes Stresserleben – eine körperliche und eine mentale Seite hat. Die Wechselseitigkeit zwischen diesen beiden Seiten macht den Zugang über zwei Wege möglich: Es kann auf mentaler Ebene gearbeitet und darüber auf die körperliche Ebene Einfluss genommen werden oder anders herum: Es kann auf körperlicher Ebene gearbeitet und darüber auf die mentale Ebene Einfluss genommen werden. Bestenfalls wird ein Burn-out von beiden Seiten betrachtet. Im Folgenden wird der Fokus auf den Möglichkeiten der mentalen Ebene liegen, da bei einem Burn-out meist der mentale Stress vorausgeht, dem der körperliche Stress folgt.

Stress bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Motivationen und Ziele gefährdet zu sehen und unsicher zu sein, ob es einem gelingt, die Bedrohung abzuwenden. Stress ist also ein subjektiv empfundener Kontrollverlust, der in Ohnmachtsempfinden mündet. Wir befinden uns in der Opferrolle, fühlen uns dem anderen oder der Situation ausgeliefert. Die gute Nachricht daran: Mit Stress können wir umgehen.

Beginnen wir mit einem Spiel: Nehmen Sie sich ein Problem ihrer Wahl, das Aie gerade wirklich stresst. Was ist Ihr Gedanke dabei? Wie fühlen Sie sich dabei? Und wie handeln Sie, weil Sie sich so fühlen? Jetzt tun Sie bitte für eine Minute so, als würden Sie den Gedanken nicht haben. Er wäre nicht da. Was wäre anders? Wie würden Sie sich dann fühlen? Und wie würden Sie dann handeln? Die zentrale Frage hiernach lautet: Welchen anderen – hilfreicheren, sinnvolleren – Gedanken müssten Sie also denken?

Nicht das Problem ist das Problem 

Dies ist – sehr kurz gefasst – der Ansatz von verhaltensbezogenen Methoden und Therapieansätzen. Dem hoch wirkungsvollen Konzept der kognitiven Umstrukturierung liegt die Annahme zugrunde, dass am Anfang jeden Problems ein Gedanke steht. Oft aus früh gelernten Glaubenssätzen heraus, die in altem Kontext mal Sinn gemacht haben, heute im Kontext des Problems aber Stolpersteine sind. Verkürzt gilt in verhaltensbezogenen Methoden zur kognitiven Umstrukturierung: Gedanke > Gefühl > Körper > Handeln.

Heißt: Nicht das Problem ist das Problem, sondern die Bewertung des Problems – oder wie es der griechische Philosoph Epiktet bereits 100 nach Christus sagte: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“ Oder noch einfacher gesagt: Wir selbst bestimmen, was unsere ganz persönlichen Stressoren sind. Auf Burn-out bezogen bedarf es also einer berufsbezogenen Anamnese und Verhaltensanalyse.

Seite zwei: Drei zentrale Kompetenzen zur Stressbewältigung

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