Wirecard: Aufsichtsratchef Wulf Matthias will nicht mehr

Wirecard Aufsichtsratschef Wulf Matthias strebt dem Vernehmen nach keine weitere Amtszeit an. Aus Altersgründen stehe der 75-Jährige nach Ablauf seines Mandats nicht mehr zur Verfügung, berichtete das „Handelsblatt“unter Berufung auf Informationen aus Finanzkreisen. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht bestätigen.

Die Bafin hat weitere Spekulationen auf fallende Aktienkurse von Wirecard verboten.

„Herr Matthias wird seine Amtszeit bis zum Ablauf der regulären Periode 2020 ausfüllen“, sagte eine Sprecherin lediglich. Matthias ist seit 2008 Mitglied und Vorsitzender des Kontrollgremiums.

Der Zahlungsdienstleister und Dax-Aufsteiger steht seit einiger Zeit wegen Bilanzierungsproblemen unter Druck. Die „Financial Times“ hatte im Frühjahr Verfehlungen bei einer Konzerntochter in Singapur öffentlich gemacht. Wirecard sieht sich nach einer Untersuchung der Vorfälle durch eine Rechtsanwaltskanzlei vom Vorwurf krimineller Machenschaften entlastet.

Vorstandschef Markus Braun sprach am Donnerstag von Qualitätsproblemen in der Buchhaltung. Im Verlauf der Untersuchungen waren die Rufe nach einer besseren Aufsicht auch innerhalb des Konzerns lauter geworden.

Das Bekanntwerden hatte die Wirecard-Aktie stark unter Druck gesetzt. Die Staatsanwaltschaft München und die Finanzaufsicht Bafin untersuchen, ob die Medienberichterstattung zu dem Fall illegal von Spekulanten zur Kursbeeinflussung genutzt wurde. Die Bafin hatte sogar ein zweimonatiges Leerverkaufsverbot bei Wirecard-Aktien verhängt. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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