Cash.-Hitliste: Kräftiges Wachstum bei Sachwertanlagen

Das Platzierungsvolumen von alternativen Investmentfonds (AIFs) und Vermögensanlagen ist im Jahr 2019 um fast drei Viertel gestiegen. Ein Teil davon resultiert aus einem erweiterten Erhebungsumfang. Aber auch ohne diesen Sondereffekt ist das Wachstum beachtlich.

Auf Immobilien entfielen rund drei Viertel der Retailplatzierung 2019 (Symbolbild).

Insgesamt 2,24 Milliarden Euro Eigenkapital haben die 43 Anbieter von Sachwertanlagen, die ihre Platzierungszahlen an die Cash.-Redaktion gemeldet haben, im vergangenen Jahr bei Privatkunden eingeworben. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 72 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Markterhebung zur Cash.-Hitliste der Sachwertanbieter.

Allerdings: Der Vorjahresvergleich hinkt etwas. Denn für 2019 hat Cash. erstmals auch die Crowdinvesting-Plattformen für Sachwertinvestitionen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, in die Erhebung einbezogen. Die neun Unternehmen aus diesem Segment, die erstmals den Cash.-Fragebogen beantwortet haben, steuerten 320 Millionen Euro zum Retail-Neugeschäft der Branche bei, davon allein Exporo 200 Millionen Euro.

Doch auch ohne dieses zusätzliche Volumen bleibt das Wachstum beachtlich. Die klassischen Anbieter von alternativen Investmentfonds (AIFs) und prospektpflichtigen Anlagen nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) haben demnach gut 1,9 Milliarden Euro bei Privatanlegern platziert. Das entspricht einer Steigerung von 47,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

1,27 Milliarden Euro Publikums-AIFs

Die Branche hat gegenüber dem Vorjahr also auch ohne die Hilfe der Crowdinvesting-Plattformen im Retailgeschäft um die Hälfte zugelegt. Von dem Platzierungsvolumen 2019 entfielen 1,27 Milliarden Euro auf Publikums-AIFs – eine Steigerung um 49,3 Prozent.  Insgesamt sind von dem Platzierungsvolumen im Retailgeschäft 1,21 Milliarden Euro oder 76,3 Prozent der Assetklasse Immobilien zuzuordnen.

Nach dem tiefen Einbruch 2018, der wesentlich aus der Pleite des Container-Anbieters P&R sowie dem Start der EU-Richtlinie MiFID II im Banken- und Institutsvertrieb ab Anfang 2018 resultierte, kann das durchaus als Comeback der Sachwerte bezeichnet werden. Das belegt auch der Umstand, dass 23 der 28 Unternehmen, zu denen auch die Vorjahreszahl vorlag, einen Zuwachs des Retailvolumens zu verzeichnen haben, der vielfach erheblich ist. 

An der Spitze der Platzierungsliste steht wie im Vorjahr Thomas Lloyd. Das Unternehmen sammelt über verschiedene Vehikel Kapital ein, das über mehrere Ebenen gebündelt und indirekt in Infrastrukturprojekte – in erster Linie Erneuerbare-Energien-Anlagen in Asien – investiert wird. 267 Millionen Euro des von Thomas Lloyd gemeldeten Platzierungsvolumens entfallen auf das deutsche Retailgeschäft, der Löwenanteil davon auf drei KG-Vermögensanlagen, die vor Inkrafttreten des KAGB aufgelegt worden waren und wegen einer Übergangsregelung noch platziert werden durften.

Seite 2: Exporo auf Rang zwei

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