Reaching your upper Limit – and beyond!

Foto: Verena Reinke
Mareike Fell

Selbstsabotage oder Selbstbehinderung – klingt da was bei Ihnen an? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Die Fürstenberg-Kolumne mit Mareike Fell

Na? Wie geht es Ihnen? Wo erwische ich Sie gerade? Ich möchte Ihnen heute ein Phänomen aus meiner Beratung* vorstellen, wie es mir am Fürstenberg Institut immer wieder begegnet:

Oft verstehen wir uns selbst nicht: Das Projekt war eine riesen Chance! Eine Chance, die so schnell nicht wieder kommt! Und es hätte dafür gesorgt, dass wir gleich mehrere Karrierestufen auf einmal erklimmen. Aber nein – statt dessen erst Prokrastination, dann Blackouts und peinliche Fehltritte und Tschüß. Das wars. Willkommen zurück im Mittelmaß. Dabei können und wissen wir es besser. Wieso tun wir das?

Herrn L., 38 Jahre, ist genau das passiert und sitzt nun zerknirscht in meiner Beratung. Er ist traurig und enttäuscht von sich selbst. Er hat es vermasselt. Er hätte eine bessere Position mit mehr Geld, mehr Macht und mehr Einfluss gehabt, sogar mit mehr Freiheit. Ähnlich Frau K., 42 Jahre. Sie hat, wie sie sagt, mit ihrem Verhalten erfolgreich die Liebe ihres Lebens verjagt. Nun ist sie wieder allein.

Die Wissenschaft spricht von Selbstbehinderung oder Selbstsabotage, wenn Menschen aktiv – wenn auch ungewollt und unbewusst, wider besseren Wissens und Könnens durch ihr eigenes Verhalten das Erreichen ihrer Ziele oder die Erfüllung ihrer Wünsche verhindern.

Dieses auf den ersten Blick widersprüchliche Verhalten macht jedoch Sinn, wenn wir es betrachten als einen Kampf zwischen Herz und Kopf. Im Kopf wähnte sich Herr L. am Ziel seiner Träume, lange hatte er darauf hin gearbeitet. Und auch Frau K. war überaus glücklich, nach mehreren zerstörerischen Beziehungen endlich den Mann gefunden zu haben, der sie so liebt, wie sie ist. Sie war am Ziel angekommen. Warum dann also dieses destruktive Verhalten? Was war passiert?

In beiden Fällen hat die Seele „kalte Füße“ bekommen. Angst. Herr L. und Frau K. sind plötzlich, sei es durch den eigenen Ehrgeiz oder auch durch das zufällige Finden der großen Liebe, über ihr verinnerlichtes „Upper limit“ hinaus geschossen. Dieses so genannte „Upper limit“ meint unsere ganz individuelle Grenze des Erlaubten. Wie ein inneres Thermometer, das bestimmt, wieviel Erfolg, Reichtum, Geld oder Liebe wir uns erlauben. Alles darüber hinaus macht Angst – und wird sabotiert.

Erlauben Sie sich den nächsten Sprung auf der Karriereleiter? Oder macht das Mehr an Verantwortung, Macht oder auch Geld Angst? War das Thema Geld in Ihrer Familie vielleicht unglücklich besetzt? Erlauben Sie sich, Ihre Eltern karrieretechnisch zu überflügeln oder war es in der Familie gefährlich zu „hell“ zu leuchten? Kann Ihre Seele eine große Liebe überhaupt zulassen oder wähnt sie dahinter Gefahr, da die kindliche Liebe zu oft verletzt wurde?

Wenn Sie Ihr Upper Limit, Ihre innere Grenze, überflügeln möchten, schauen Sie also unbedingt vorher auf Ihre Seele: Wo wittert sie Gefahr? Wo sitzt die Angst? Denn die Angst wird es sein, die Sie boykottieren, behindern und sabotieren wird mit unbewussten (Fehl-) Entscheidungen und mit einem im Rückblick dann oft seltsamen Verhalten, dem wir scheinbar ohnmächtig ausgeliefert waren.

Planen Sie Ihre nächsten Schritte und großen Ziele, haben Sie grenzlose Wünsche – schauen Sie aber unbedingt auf den Preis, den ein Erfolg mit sich brächte. Schauen Sie hin, bis Sie auch hier eine tiefe innere Erlaubnis verspüren, dann steht einem Erfolg nichts mehr im Weg. Im Gegenteil: Ist Ihre Seele mit an Bord, eröffnen sich plötzlich Möglichkeiten, die Sie nicht für möglich gehalten hätten!

Wir haben es alle irgendwann einmal zu hören bekommen: „Was erlaubst Du Dir eigentlich?! Was glaubst Du, wer du bist?! Für wen hält Du Dich?!“

Nehmen Sie doch einfach mal die Ausrufezeichen weg…

Einen inspirierten Tag noch wünscht Ihnen
Mareike Fell

Hier meine Tipps zum Umgang mit Selbstsabotage:

  • Fragen Sie sich ernsthaft: „Was erlaube ich mir eigentlich? Was glaube ich, wer ich bin? Für wen halte ich mich?“
  • Nehmen Sie wahr, woher Ihr Ziel oder Ihr Wunsch kommt: Herz oder Kopf? Kommt es von Herzen, wird der Kopf die Lösung finden. Er steht nicht im Weg.
  • Kommen Wunsch oder Ziel vom Kopf, schauen Sie auf den Preis, den ein Erreichen Ihres Ziels oder Wunsches mit sich bringen würde. Kommen Sie damit klar?
  • Wenn Sie einen inneren Widerstand spüren, spüren Sie dem nach: Unter welcher Bedingung ist das Ziel nicht mehr beängstigend? Was brauche ich dazu? Wo fehlt mir noch die innere Erlaubnis?

*Der Fall wurde mit dem Einverständnis der Betroffenen anonymisiert.

Autorin Mareike Fell ist systemischer Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie und ist als Beraterin und Trainerin in der externen Mitarbeiterberatung für das Fürstenberg Institut tätig. Internet: www.fuerstenberg-institut.de 

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