Gold als Geldanlage: Worauf man beim Kauf achten muss

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Die Börse kann crashen, Unternehmen können pleitegehen, und in Zeiten des großen Gelddruckens wird auch Papiergeld immer wertloser. Viele stoßen im Rahmen ihrer Recherchen dann auf Gold und andere Edelmetalle. Sie gelten als krisensicher und eignen sich auch dazu, sich eine Reservewährung als Notvorrat aufzubauen, falls es doch einmal zu einer Hyperinflation kommen sollte. Ein Beitrag von Ronny Wagner, Inhaber der Noble Metal Factory

Im Jahr 2000 kostete eine Feinunze (ungefähr 30g) Gold rund 300,00 Euro. Heute bezahlt man für dieselbe Menge schon über 1.500 Euro.
Im Krisenjahr 2008 und in den Folgejahren hat der Goldpreis fast ein exponentielles Wachstum erlebt. Nachdem der Preis in der Mitte der 2010er-Jahre wieder etwas nach unten ging, nahm der Kurs nach oben ab 2018 wieder Fahrt auf, und erreichte im August 2020 ein Allzeithoch von 1664 Euro pro Feinunze.

Daraus wird ersichtlich, dass Gold nach wie vor als Krisenwährung betrachtet wird und für viele als sicherer Hafen erscheint, wenn es auf den weltweiten Kapitalmärkten zu turbulent wird.

Warum ist Gold so beliebt?

In dieser Zeit der Nullzinspolitik und des Gelddruckens im großen Stil verlieren die Menschen immer mehr den Glauben in das bestehende Währungssystem.

Indem die Märkte immer mehr mit billigem Geld geflutet werden, wird die Inflation immer weiter vorangetrieben. Das Resultat: Papiergeld wird immer weniger wert, je mehr davon gedruckt und in Umlauf gebracht wird.

Das sehen auch immer mehr Menschen so und suchen nicht nur eine Kapitalanlage, sondern auch eine Währung für Krisenzeiten, die im Gegensatz zu Papier ihren Wert nicht verliert.

Vor allem bei Deutschen ist Gold als Anlageobjekt sehr beliebt. Der Grund dafür ist historisch bedingt. Durch die Hyperinflation in den 1920er- und 1930er-Jahren, wo die Währung komplett wertlos geworden war, verloren die Menschen das Vertrauen in das System. Das ist bis heute in den Köpfen der Menschen verankert.

Kann Gold an Wert verlieren?

Im Grunde genommen verliert Gold an sich nicht an Wert. Die Menge einer Unze ist immer gleich. Was sich jedoch ändert, ist der Preis, der im Austausch gegen die Unze bezahlt werden muss.

Das ist ein fundamentaler Unterschied zu einem Währungssystem, das auf Papiergeld basiert, da immer mehr Geld gedruckt werden muss, um die gleiche Menge Geld zu erhalten.

Gold als Reservewährung?

Manche Menschen interessieren sich beim Kauf von Gold weniger für die Rendite, sondern wollen sich gezielt einen Notvorrat damit aufbauen, um bei einer Währungsentwertung noch etwas in der Hand zu haben, was einen Wert hat und als Ersatzwährung eingesetzt werden kann.

In diesen Fällen empfiehlt es sich natürlich nicht, einen ganzen Barren für mehrere tausend Euro zu kaufen, da dieser sich nur schlecht zum Eintauschen gegen Waren eignet. Daher sollte man sich einen Vorrat an kleinen Stückelungen zulegen: Barren in der Größe 1g und 5g eignen sich gut dazu.

Für Absicherungen gegen Risiken auf dem Kapitalmarkt kann man dann auch noch Barren oder Unzen im 50g-Bereich kaufen.

Zu beachten beim Kauf von kleinen Stückelungen ist, dass diese beim Kauf teurer sind als größere Stückelungen. So bezahlt man beispielsweise für kleine Barren in 1g- oder 5g-Stückelung einen Aufpreis zwischen 10% und 20%, für Unzen oder 50g-Barren 2% bis 5%, und ab 100g 1% bis 1,5%.

Gold als Investitionsobjekt

Wer ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage in Gold investieren möchte, sollte in größere Stückelungen investieren.

Außerdem stellt sich bei einer solchen Investition dann auch noch die Frage, ob man physisches Gold erwerben soll oder nur sogenanntes Papier-Gold.

  • Beim Kauf von physischem Gold geht das Material, meist in Form eines Barrens, in den eigenen Besitz über.
  • Bei Papier-Gold dagegen erwirbt man kein physisches Objekt, sondern investiert das Geld entweder in Zertifikate, ETFs (Exchange Traded Funds) oder ETCs (Exchange Traded Commodities).
  • Bei ETFs oder ETCs investiert man lediglich in Buch-Gold und partizipiert an dessen Wertentwicklung, ähnlich wie bei der Investition in einen Aktien-Fond.
  • Bei Zertifikaten erwirbt man den Anspruch auf Lieferung des Materials in der Zukunft. Problematisch hierbei ist, dass solche Ansprüche ausfallen können, gerade wenn es auf den Märkten turbulent wird, sodass man unter Umständen überhaupt keine Lieferung erhält.

Wer sich für die Investition in physisches Gold interessiert, sich jedoch den Barren in einer gewünschten Größe nicht leisten kann, kann zunächst in einen Gold-Sparplan investieren.

Man kann es vergleichen mit einem Aktien-Fonds-Sparplan, bzw. Investment-Sparplan. Man kauft regelmäßig Mengen an Gold ein und kann sich so einen Barren oder eine Münze zusammensparen. […] Und immer wenn so ein Barren dann zusammengespart ist, kann dieser ausgeliefert werden.

Wo sollte man physisches Gold lagern?

Bei der sicheren Lagerung von Gold denken die meisten Menschen gleich an ein Bankschließfach, in dem man kleinere Mengen lagern kann. Im äußersten Fall – bei einer Enteignung – kann das Schließfach jedoch leicht beschlagnahmt und geräumt werden.

Besser ist daher, nicht all sein Gold an nur einer Stelle zu lagern, sondern an mehreren.
Die Lagerung im Ausland eignet sich gut, wenn man das Risiko der Enteignung reduzieren möchte.

Was ist beim Kauf von physischem Gold zu beachten?

Es geht beim Kauf von Gold darum, dass man möglichst 999 Feingold kauft, also das von 1 000 Anteilen 999 Gold sind. Das ist sehr wichtig. Das erreicht man, indem man es bei LBMA [London Bullion Market Association] zertifizierten Scheideanstalten erwirbt.

Außerdem ist Gold nicht nur in Form von Barren, sondern auch in Form von Münzen erhältlich. Diese sind teurer, da die Produktion aufwändiger ist.

Bis zu einem Wert von 2.000 Euro kann man Gold mit Bargeld erwerben, ohne, dass der Händler eine Legitimitätsprüfung durchführen muss. Ist der Betrag jedoch höher, kann man beim Kauf nicht mehr anonym bleiben, da dann die Geldwäsche-Richtlinien greifen und eine Überprüfung durchgeführt werden muss.

Gold und Steuern?

Beim Kauf von Gold fällt keine Mehrwertsteuer an. Beim Thema Abgeltungssteuer gilt: Es fällt keine Abgeltungssteuer an. Es ist sicherlich ein Vorteil gegenüber Aktien, Investments und anderen Anlageformen. Was wir beachten müssen ist, wenn wir das Gold innerhalb von 12 Monaten wiederverkaufen und das mit Gewinn tun, dann kommt die sogenannte Spekulationssteuer zum Tragen, wo dann der persönliche Steuersatz des Anlegers in Rechnung gestellt wird.

So wie die Geschichte des Goldes lang und erfolgreich ist, sollte man auch über einen längeren Zeitraum in Gold investieren um erfolgreich dessen Vorteile zu nutzen.

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