Gold: Trotz Eskalationen im Ukraine-Konflikt sehen Märkte keinen Dritten Weltkrieg

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Es sieht so aus, als hätten Edelmetalle und andere Rohstoffe ihren anfänglichen Schock über den Einmarsch Russlands überwunden. Die Erholung an den westlichen Aktienmärkten legt nahe, dass es sich bei dem Ukraine-Krieg bisher nicht um den Beginn des Dritten Weltkriegs handelt. Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault, kommentiert die Ereignisse.

„Trotz der Nachfrage nach sicheren Häfen war die Spekulation mit Derivaten an der Comex die treibende Kraft hinter dem Goldpreisanstieg der vergangenen Woche. Die Gewinnmitnahmen bei physischen Anlegern und Schmuckbesitzern haben nun aber einen starken und wachsenden Einfluss.

In den riesigen Verbrauchermärkten China und Indien wird Gold jetzt mit einem Abschlag auf die Londoner Notierungen gehandelt. Das bedeutet, dass neue Importe unerwünscht sind, was auf eine schwache Inlandsnachfrage im Vergleich zum Angebot hindeutet. Die Nettoexpansion der mit Gold unterlegten börsengehandelten Instrumente (ETFs und ETCs) trägt dazu bei, einen Teil des Bestandsaufbaus auf dem Goldmarkt auszugleichen, aber die Zuflüsse in die ETFs bleiben angesichts der Schlagzeilen moderat und sind im Vergleich zum Rekordwachstum in der Anfangsphase der COVID-Krise gering. Hier bei BullionVault war ein starker Preisrückgang nötig, damit die Nettonachfrage zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder positiv wurde.

Die Zinserhöhung der US-Notenbank am Mittwoch könnte spekulativen Händlern, die sich diese Woche mit Gold befassen, eine Pause verschaffen, aber keine US-Notenbank ist jemals so weit hinter der Inflation zurückgeblieben. Was auch immer als nächstes zwischen Russland und der Ukraine passiert, die hohen Energiepreise und die Knappheit in der Landwirtschaft werden sich wohl noch verschlimmern. Das dürfte Edelmetalle als Wertaufbewahrungsmittel unterstützen, vor allem wenn der Aktienmarkt seine Talfahrt fortsetzt.“

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