Kommen und Gehen: Neugründungen und ihr Ende

Dicht gemacht haben mittlerweile auch einige mobile Vertriebe. Dieser Vertriebskanal ist ein Weg, über den sich Banken neben dem stationären Vertrieb weiteres Geschäftspotenzial erschließen können. Anfang der 2000er-Jahre wurden zum einen viele Filialen geschlossen, zum anderen bot sich das Konzept an, weil Kunden auch am Arbeitsplatz oder im Wohnzimmer beraten werden können. Das Feld wollten die Geldhäuser nicht den Finanzvertrieben alleine überlassen, die ihre Kunden nach diesem Modell seit jeher beraten.

Bei einigen hat das jedoch nicht funktioniert. Im Juli 2009 wurde bekannt, dass die Nürnberger Direktbank Cortal Consors, eine Tochter der französischen Bank BNP Paribas, nach sechs Jahren ihren mobilen Vertrieb aufgibt. Anfang 2010 kam dann die endgültige Abwicklung. Zum Opfer fielen ihr 30 Geschäftsstellen, die Filiale in Berlin und weitere 30 Standorte mit mobilen Beratern, die ihre Dienstleistungen unter der Marke „Cortal Consors Select Vermögensberatung“ anboten. Das Unternehmen nannte damals strategische Gründe für diese Entscheidung. Man wolle sich auf das Direktgeschäft konzentrieren, hieß es.

Nur wenige Monate nach Cortal Consors setzte im Dezember 2009 auch die SEB Bank Deutschland ihren mobilen Beratertrupp vor die Tür. Der Ausflug war nach vier Jahren beendet. Die Begründung für die Schließung war ähnlich: Man wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Dies sei traditionell der bundesweite Filialvertrieb und das Direktgeschäft über das Internet.

Es sind nur einige wenige Beispiele größerer Marktteilnehmer, die sich häufig aus strategischen Überlegungen heraus oder aus Kostengründen von Unternehmen oder Teilen davon trennen. Nicht zu vergessen sind die kleinen Vertriebseinheiten, die aus bis zu fünf Personen bestehen, von denen in den letzten Jahren schon viele die Segel streichen mussten. Zum einen geben die Häuser auf, weil der Inhaber altersbedingt das Geschäft aufgibt und er Probleme hat, einen qualifizierten Nachfolger zu finden. Zum anderen, weil sie die Qualität aufgrund von Regulierung, wachsenden administrativen Aufgaben oder neuer Technik nicht mehr bewältigen können.

Ein weiterer Grund ist die Schließung aufgrund prekärer finanzieller Lage, denn einige Vermittler verdienen einfach zu wenig, um weiter auf dem Markt mitspielen zu können. Die Zahl der Unternehmen, die in den kommenden Jahren schließen müssen, wird vermutlich weiter wachsen, schon allein aufgrund der sich verschärfenden Wettbewerbsbedingungen in der Finanzbranche.

Foto: Shutterstock

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