Exklusiv-Umfrage: Zukunft der Maklerpools

Die Beziehung zwischen Maklerpools und Versicherungen verändert sich. Immer mehr Versicherer gründen eigene oder beteiligen sich an bestehenden Servicegesellschaften. Ein Beispiel für eine Beteiligung der Assekuranz an einem Pool sind die vier Versicherer Barmenia, Stuttgarter, Signal Iduna und Volkswohl Bund. Die vier sind mit jeweils 9,99 Prozent an der BCA beteiligt. Der Maklerpool Alvecon hingegen, der zum Versicherer Deutscher Ring Kranken gehörte, wurde im März 2011 geschlossen.

Der Einfluss, den Assekuranzbeteiligungen auf die Unabhängigkeit der Maklerpools haben, wird von den Unternehmen sehr unterschiedlich beurteilt. Während einige der befragten Servicegesellschaften keine Gefährdung der Unabhängigkeit von Makler und Pool sehen, empfinden es andere als Wettbewerbsverzerrung, wenn Beteiligungen nicht klar kommuniziert werden und befürchten letztlich einen Imageschaden für alle Marktteilnehmer.

„Die Produktgeber haben den Vertriebsweg und Begriff Pool für sich entdeckt. Sie nutzen die Beliebtheit der Vertriebsform unabhängiger Pools mit ihrem Know-how für ihren Zweck“, erklärt Bernd Plitschuweit, Geschäftsführer von Allfinanztest.de. „Das Verwerfliche daran ist, dass diese Pools weder für den Vermittler noch für den Endkunden ausreichend zu erkennen geben, dass sie eben nicht unabhängig sind. Das schadet letztlich dem hohen Ansehen freier Pools am Markt“, so Plitschuweit.

Diejenigen, die Beteiligungen und Gründungen weniger kritisch beurteilen, berufen sich auf das Selbstverständnis des Maklers oder freien Finanzdienstleisters. Dieser sei schließlich stets auf seine Unabhängigkeit bedacht. Er wähle die Produkte für seine Kunden aus dem gesamten Markt aus und sei nicht durch Besitzverhältnisse zu beeinflussen. Bei Pools, die nur Produkte der eigenen Beteiligungsgesellschaften anbieten, sei ohnehin von einer kurzen Lebenszeit auszugehen, da unabhängige Berater sich anderen Pools zuwenden würden. Einige sehen in Beteiligungen sogar ein Potenzial zur positiven Weiterentwicklung durch die unterschiedlichen Expertisen, die sich so bündeln.

Der Markt der freien Makler und Finanzdienstleister steht vor großen Herausforderungen. Auch für Maklerpools bleibt es spannend. Die genannten Aspekte werden zukünftig den Markt bestimmen, vor allem vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs. Berater werden sich umorientieren, wenn die bisherigen Partner ihre Erwartungen an Service, Sicherheit, Transparenz und Unabhängigkeit nicht erfüllen. (jb)

Foto: Shutterstock

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