Anzeige
4. Dezember 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BFH zu Filmfonds: Mehr Fragen als Antworten

Eine aktuelle Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu den VIP Medienfonds wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet (IV B 126/07). Immerhin bestätigt der BFH aber ? abweichend vom Finanzgericht (FG) München ? eine wesentliche Grundvoraussetzung für Verlustzuweisungen, also für jene Steuervorteile, die bis 2005 mit solchen Filmfonds angestrebt wurden, aber in vielen Fällen noch immer zwischen Anlegern und Finanzämtern strittig sind.

Laut BFH sind Verlustzuweisungen grundsätzlich auch dann möglich, wenn ein Fonds die produzierten Filme einem Dritten langfristig zur Auswertung überlässt, sofern er die Rechte nicht ?vollständig und endgültig? abgibt. Die Vermarktungsrechte an den VIP-Filmen waren zwar – wie bei anderen Fonds mit ?Defeasance-Struktur? auch – über langfristige Lizenzverträge mit (Mindest-) Schlusszahlungen vergeben. Rechtlich verblieben sie aber, insbesondere hinsichtlich der Endverwertung, bei den Fonds. Steuertechnisch geht um die Zuordnung der Filme zum Anlagevermögen (BFH) oder zum Umlaufvermögen (FG).

Steuervorteile weiter ungewiss

Das heißt allerdings nicht, dass die Anleger die Steuervorteile nun tatsächlich erhalten. Erstens entschied der BFH nicht in der Sache, sondern er hatte lediglich über den vom FG abgelehnten VIP-Antrag zu befinden, dass die Vollziehung der Steuerbescheide, mit denen den Anlegern die ursprünglich zugebilligten Steuervorteile wieder aberkannt wurden, bis zu der endgültigen Klärung ausgesetzt wird.

Zweitens müssen Forderungen aus gesicherten zukünftigen Zahlungen unter Umständen ?aktiviert?, also den Anfangsverlusten gegengerechnet werden. Für die VIP-Fonds, deren Schlusszahlung durch Banken abgesichert ist, hält der BFH dies für möglich. Er lässt die Entscheidung darüber aber ebenso offen wie die genauen Voraussetzungen für eine solche Aktivierungspflicht. Gleiches gilt für die Behandlung der üblichen Vorauszahlungen auf Produktionskosten.

Noch Jahre bis zur Klärung

Damit bleibt auch für viele Anleger anderer Medienfonds weiterhin die Gefahr bestehen, dass sie hohe Steuernachzahlungen leisten müssen. Die noch offenen Fälle reichen zum Teil bis vor das Jahr 2000 zurück. Die Münchener Finanzverwaltung, bei der fast alle Filmfonds veranlagt werden, hatte vor mehr als einem Jahr alle Verfahren auf Eis gelegt. Bis zur endgültigen Klärung wird es wohl noch Jahre dauern. Selbst hinsichtlich der Aussetzung der Vollziehung bei den VIP-Fonds traf der BFH keine Entscheidung, sondern er wies das Verfahren an das FG zurück. Dieses muss nun unter anderem ?eine detaillierte Analyse des Vertragsgeflechts? der Fonds vornehmen. (sl)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...